Schnottwil
2017 soll über 1 Million Schulden abgebaut werden

Der Gemeinderat Schnottwil hiess ein positives Budget einstimmig gut, das einen Ertragsüberschuss von 99'000 Franken prognostiziert.

Gundi Klemm
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Das Budget 2017 der Gemeinde Schnottwil sieht einen Ertragsüberschuss von knapp 99'000 Franken vor.

Das Budget 2017 der Gemeinde Schnottwil sieht einen Ertragsüberschuss von knapp 99'000 Franken vor.

Hansjörg Sahli

Stefan Schluep, Ressortleiter Finanzen, stellte im Gemeinderat das Budget ausführlich vor. Dieses sieht bei einem Gesamtertrag von 6,2 Mio. einen Ertragsüberschuss von knapp 99'000 Franken vor. Alle Veränderungen gegenüber dem Budget 2016 begründete er detailliert. Für diese übersichtliche Aufstellung dankte ihm Gemeindepräsident Jürg Willi, denn diese klare Aufstellung würde von der Bevölkerung jeweils an der Budgetgemeindeversammlung sehr geschätzt.

«Wir haben im Finanzbereich unser Legislaturziel erreicht», so Schluep. Denn der Steuerfuss konnte, statt anzusteigen, von 135 auf 130 Prozent gesenkt werden. Das sei durch gute Steuereinnahmen und durch die Budgettreue aller Ressorts möglich geworden. «Als nächste Massnahme im Sinne eines gesunden Haushalts möchten wir das 5,8 Mio. Franken umfassende Fremdgeld abbauen und hoffen, 2017 ein auslaufendes Darlehen über 1,1 Mio. Franken ohne Refinanzierung – also ohne Kreditaufnahme – tragen zu können.»

Viele Einzelpositionen

Schluep zeigte in der Erfolgsrechnung von aufwandseitig 6,1 Mio. Franken auf, welche neuen Ausgaben die Verwaltung mit gesamthaft 702'000 Franken betreffen. Für die Erneuerung der Homepage rechnet er mit 15'000 Franken. Eine Arbeitsplatzbewertung steht für die Aufgaben der Einwohnerkontrolle an, Server und Hardware bedürfen der Kontrolle und Garantieleistung, und ein neuer Schrank sorgt für mehr Stauraum. Für das Konzept Tempo 30 im ganzen Dorf sind 15'000 Franken veranschlagt, ebenso 13'000 Franken für die Sanierung des Scheibenstandes, wobei die Partner Dotzigen und Büren den gleichen Betrag zahlen.

Fürs Schulhaus sind unterschiedliche Leistungen für Unterhalt (Lüftung, elektrische Installation) und für die Sanierung des Mitteltraktes in Fassade, Dach, WC und Duschen im Betrag von 290 000 zu erbringen. Zur anvisierten Photovoltaikanlage (40'000 Franken) auf dem Dach, die gut zum realisierten Wärmeverbund passen würde, soll die Bevölkerung an der Gemeindeversammlung am 7. Dezember ihre Erfahrungen beisteuern. Etwas teurer werden künftig auch der Sicherheitsdienst und Neuerungen der Infrastruktur an der Schnottwiler Chilbi.

Als Grundlage fürs Generelle Wasserprojekt GWP ist ein Werkleitungskataster für 10 000 Franken vorgesehen. Die ARA Grenchen, bei der die Gemeinde angeschlossen ist, benötigt einen um 30'000 Franken höheren Beitrag, weil die gleichfalls zugehörige Gemeinde Lengnau eine Schmutz- und Sauberwassertrennung eingeführt hat. Nötig ist zudem die periodische Entsorgung von Strassen-Ablaufschächten und die Kontrolle der Deponie Bernstrasse. Auch an Strassen und Flurwegen sind Erhaltungsarbeiten nötig. Für Letztere soll ein Unterhaltskonzept erarbeitet werden.

Wesentliche Kostenverursacher

Die Bildung (brutto 2,2 Mio. Franken), mit 39 Prozent am Gesamthaushalt beteiligt, ist nach Jahren der Steigerung um 29'000 Franken günstiger geworden und lässt laut Finanzverwalter auf weitere Konstanz hoffen. Auf hohem Niveau haben sich die Kosten der Sozialen Wohlfahrt (870 350 Franken) stabilisiert. Das Asylwesen ist finanztechnisch ausgelagert an die Gemeinde Lüterswil. Das gilt auch für die Regionale Feuerwehr, die mit eigenständiger Buchhaltung verwaltet wird. Aufgeführt im Budget ist mit 82'050 Franken nur noch der kommunale Anteil. Gedeckt wird der Aufwand zu 88 Prozent durch die Steuern im erwarteten Umfang der wegen der Steuersenkung vorsichtig budgetierten 4,15 Mio. Franken. Eingeschlossen darin sind Steuern juristischer Personen, Quellen- und Sondersteuern sowie Steuern Vorjahre zu je
1 Prozent. Geplant sind gemäss HRM2 Abschreibungen in Höhe von 327'650 Franken.

Die Bruttoinvestitionen belaufen sich auf 1,28 Mio. Franken und sind bis auf 477'000 Franken gedeckt, hauptsächlich durch Erschliessungsbeiträge. Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser, Abfall und Elektrizität zeigen für die kommende Periode negative Ergebnisse, was wegen hier in den Vorjahren getätigter Investitionen und Abschreibungen (noch) niemanden aufregt. 2017 bleiben alle Gebühren gleich. Das Eigenkapital, das durch den erwartet positiven Rechnungsabschluss 2016 noch steigen dürfte, liegt aktuell bei 1,6 Mio. Franken. Die Pro-Kopf-Verschuldung soll um rund 300 Franken auf 1642 Franken sinken.

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