Zucht
2000 Vögel zwitschern an der Vogelbörse in Lommiswil

An der Interkantonalen Vogelbörse trafen sich Züchter aus der ganzen Schweiz – ein Besuch

Nadine Schmid
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Vogelbörse Lommiswil
11 Bilder
Viele Besucher kamen nach Lommiswil, um sich nach neuen Tieren für die eigene Zucht umzusehen.
In der Lommiswiler Dorfhalle waren rund 2000 Vögel zu bestaunen.
Die Vögel aus der Vogelperspektive.
Börsenchef Claude Mingard beobachtet zwei Pennantsittiche. In seinem roten Gefieder mit den blauen Säumen ist der Vogel kaum an Schönheit zu überbieten.
Dieser Pennantsittich interessiert sich für die Besucher.
Neben den Pennantsittiche gab es auch...
Agapornis Fisheri...
Mandarins Gris...
Agapornis Lilianae...
und Kanarien zu bestaunen.

Vogelbörse Lommiswil

hanspeter baertschi

Vogelgezwitscher. In der Lommiswiler Dorfhalle reiht sich Käfig an Käfig. In ihnen sitzen die Vögel, tun müde ein Äuglein zu, hüpfen von Stange zu Stange, picken Körner und Salat und trinken Wasser. Einmal kuscheln sie sich aneinander, ein anderes Mal necken sie sich aufgeweckt. Sie präsentieren sich in allen Grössen und Farben. Ziervogelzüchter und Interessierte spazieren die Reihen entlang, nicht wenige mit Transportkäfigen, denn sie wollen ihre Zucht erweitern.

An der 43. Vogelbörse des Vogelliebhabervereins Farbenpracht Grenchen und Umgebung waren praktisch alle bekannten Zuchtarten vertreten; in der Halle waren 2000 Vögel zu bestaunen. Der dreitägige Anlass stiess auf grossen Anklang. Für die Vogelzüchter ist er ein Muss, ein Treffpunkt, an dem man sich über sein Hobby austauschen kann.

Vögel ans Herz gewachsen

Was die Züchter fasziniert, ist das Beobachten der Vögel. «Es ist spannend zuzuschauen, wie sie ein Nest bauen oder die Jungen aufziehen», erklärt Urs Baumann, Vizepräsident des Organisationskomitees und Co-Präsident des Vereins. «Man bringt ein Stück Natur ins eigene Heim. Einige Züchter stellen ihre Vögel aus und lassen sie von einer Fachjury bewerten.»

Für die artgerechte Haltung ist viel Fachwissen erforderlich. So spielt es eine grosse Rolle, wie viel Platz jeder Vogelhalter zur Verfügung hat. Manche können ihrem Hobby lediglich in der Form eines kleineren Käfigs nachgehen, andere in der eines ganzen Zimmers. Kein Vogel darf allein gehalten werden, doch nicht jede Rasse kann zusammenleben. Einige würden jeden Eindringling in ihrem Revier angreifen, sei es nun ein gleichgeschlechtlicher Artgenosse oder eine andere Rasse. Licht, Temperatur und auch das Futter müssen den saisonalen Bedingungen des Herkunftslandes angepasst werden.

Die Züchter brachten ihre Vögel am Freitag. Einer von ihnen war Hansruedi Blaser. Er hat Schild- und Bergsittiche gebracht. Wenn er erzählt, merkt man, dass ihm die Vögel ans Herz gewachsen sind und dass ihm respektvolle Haltung wichtig ist. «Es ist spannend, zu sehen, wie sie leben. Man kann bei gewissen Arten auch zur Arterhaltung beitragen.» Vielfalt und Ästhetik beeindruckten ihn, sagt Blaser. «Mir ist es wichtig, den Vögeln ihre Freiräume zu lassen. Auch will ich sie nicht vermenschlichen. Sie sollen deswegen nur so weit eine Zutraulichkeit entwickeln, damit sie nicht in Panik geraten, wenn man ihren Raum betritt.» Wenn Blaser pfeift, dann antworten seine Vögel ihm. Und betritt er in der Nacht die Voliere von zwei mal acht Metern, so pfeift er ebenfalls, damit sie ihn erkennen und nicht für einen Feind halten, wie sie es in der Nacht normalerweise täten.

In diesem Jahr keine Wachteln

Alle 50 Mitglieder im Verein halfen beim Anlass mit. Damit eine Vogelbörse zustande kommt, müssen aus Tierschutzgründen bestimmte Auflagen erfüllt werden. In diesem Jahr durften wegen der Vogelgrippe keine Wachteln angeboten werden, da bei ihnen die Grippe ausbrechen kann. Alle anderen anwesenden Rassen können Träger des Virus sein.

In Lommiswil wurde diese Verkaufsplattform zum zweiten Mal durchgeführt, davor fand sie jeweils in Grenchen in der Alten Turnhalle statt. Da diese umgebaut und dabei umfunktioniert werden soll, musste man sich nach einer neuen Lokalität umsehen. Die Ebenheit der Dorfhalle bietet einerseits ideale Bedingungen für den Aufbau und ist andererseits durch die gebotene Wärme und die Helligkeit auch für die Vögel ideal.