Biberist
1946 gabs noch mehr Beizen als Fasnachtsgruppen

Am schmutzigen Donnerstag des Jahres 1946 wurde die erste Biberister Fasnacht mit der Chesslete eröffnet.

Rahel Meier
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75 Jahre Dorffasnacht Biberist
19 Bilder
1951 wurden die Umzugswagen noch mit Pferden und Kühen gezogen.
Ein Bild aus dem Jahr 1953.
1957 ging es um die Schulhauseinweihung.
1960: Der Schnägg.
Die Ventil-Blöterler im Jahr 1967.
Die Ventil-Blöterler im Jahr 1967 - und dieses Mal in Farbe.
Ein gewagtes Sujet im Jahr 1969.
Die Schnäggezunft 1978 auf ihrem Umzugswagen.
2003: Die Note-Tschauper bei einem Auftritt in Subingen.
Maskenball im St. Urs im Jahr 2003.
Eine Impression vom Fasnachtsumzug 2003.
2004 wird noch Hilarisuppe ausgeschenkt.
Hochwasser als Motto bei "Status Muff" im Jahr 2006.
2007: Die heute nicht mehr existierende Kinder-Schnitzelbankgruppe "vier Tüüfeli".
Die Jungtambouren (2007).
2011: Die Aemmeratte.
Die Tambouren im Jahr 2018.
2019: Herbergsmutter Manuela Misteli mit dem Biberister Fasnachtskomitee.

75 Jahre Dorffasnacht Biberist

Solothurner Zeitung

Die treibende Kraft hinter der Gründung der Biberister Fasnacht war Willi Begert, seines Zeichens von 1933 bis 1978 Wirt im heute nicht mehr existierenden St. Urs. Auch ein grosser Teil seiner damaligen Mitstreiter waren Wirtsleute. In einem der ersten Protokolle ist nachzulesen, dass Biberist an den Fasnachtstagen geradezu leer sei, weil die Bevölkerung nach Derendingen oder Solothurn an die Fasnacht gehe.

Nicht so an jenem schmutzigen Donnerstag: Am Abend zirkulierten acht Gruppen in 14 Restaurants. Es folgte der Fasnachtsumzug am Sonntag mit zehn Nummern. Dazwischen fanden Maskenbälle statt. Abgeschlossen wurde das närrische Treiben am Fasnachtsdienstag erneut mit einer Gruppenzirkulation in den Restaurants. Das alles ist 75 Jahre her, weshalb die Dorffasnacht Biberist Jubiläum feiern darf. An der Grundkonstruktion, die vor 75 Jahren entworfen wurde, hat sich bis heute nicht viel verändert.

Nur wenige spezielle Jubiläumsaktionen

Der Vorstand der Biberister Fasnacht hat sich entschieden, das Jubiläumsjahr zu feiern. Auf allzu viele spezielle Aktionen wird aber verzichtet. Die aktiven Biberister Närrinnen und Narren werden im Herbst gemeinsam auf Reisen gehen. Am auffälligesten für die Dorfbevölkerung wird der Umzug am Sonntag sein. Er umfasst mehr Nummern als üblich und macht einen längeren Weg. Neben den Biberister Gruppen spielt eine Guggemusik aus Wasen im Emmental. Zudem sind heuer mehrere Gruppen dabei, die mitlaufen und sich teilweise auch aktiv unters Publikum mischen werden. Die längste Anreise haben sicher die Berkheimer Narren (Esslingen-Berkheim, Deutschland). Gespannt sein darf man auch auf die Schnapslochgeischter aus Welschenrohr. Und weiter sind die Wiggertaler Tüfle (Zofingen) dabei. Mindestens seit 1948 sind auch die Tambouren ein fester Bestandteil der Biberister Fasnacht. Rund 400 Aktive dürften insgesamt mit dabei sein.

Kostproben aus der Jubiläums-Fasnachtszeitung

Wohl nicht allen bekannt sein dürfte ein Missgeschick aus dem Jahr 1967. Es geht dabei um eine Steinkugel, die eines schönen Abends versehentlich den St. Ursen-Stutz herunterrollte und in die Mauer der damaligen Bäckerei Wyss donnerte. Das Fasnachtsmotto für 1968 war damit geboren: «Es rollt.» Und die Steinkugel kann man heute noch neben der Brandruine des St. Urs ansehen. Denn 1975, anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums der Fasnacht, wurde die Kugel mit einer Plakette beim St. Urs, der damaligen Biberister Narrenhochburg, platziert.

Eine weitere herzige Geschichte: Der heutige Obernarr Jan Düscher kommt aus einer fasnachtsverrückten Familie und seine Geburt wurde 1991 in der Fasnachtszeitung vermerkt. Möglicherweise lag es aber auch an der Geburtsanzeige, die seine Eltern verschickten. Wurde sein Geburtsgewicht doch dort versehentlich mit 2500 Kilogramm angegeben, was für einige Lacher im Dorf sorgte.

Ein Revival erlebt auch «dr Ämmeschnägg». Das «leider nümm au jährliche Chrauschi-Mauschi-Blatt im Fasnachtsrummel» erscheint aus Anlass des Jubiläums und bietet neben Versen über aktuelle Geschehnisse auch Informationen zur Geschichte. Aber auch die Jubiläumsausgabe kann die Frage, wieso gerade der «Schnägg» zum Wappentier der Biberister Fasnacht wurde, nicht beantworten.

«Wir sind stolz, dass es in Biberist immer noch eine Dorf-und eine Beizenfasnacht gibt», erklären Susanne Scheidegger und Werner Jäggi in einem Gespräch. Sie sind beide Ehren-Obernarren und seit vielen Jahren aktiv in allen möglichen Chargen. Dass es in Biberist jeden Fasnachtssonntag einen Umzug gebe - obwohl derjenige in Solothurn zeitgleich durchgeführt wird - macht den beiden ebenfalls Freude. Ebenso die Tatsache, dass der Vorstand der Fasnacht in den letzten Jahren verjüngt werden konnte . Einziger Wermutstropfen: Ausgerechnet im Jubiläumsjahr wird mit den Schnitzel-Grufties nur eine Schnitzelbankgruppe unterwegs sein.

www.schnaegg.ch

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