Biberist

1946 gabs noch mehr Beizen als Fasnachtsgruppen

Am schmutzigen Donnerstag des Jahres 1946 wurde die erste Biberister Fasnacht mit der Chesslete eröffnet.

Die treibende Kraft hinter der Gründung der Biberister Fasnacht war Willi Begert, seines Zeichens von 1933 bis 1978 Wirt im heute nicht mehr existierenden St. Urs. Auch ein grosser Teil seiner damaligen Mitstreiter waren Wirtsleute. In einem der ersten Protokolle ist nachzulesen, dass Biberist an den Fasnachtstagen geradezu leer sei, weil die Bevölkerung nach Derendingen oder Solothurn an die Fasnacht gehe.

Nicht so an jenem schmutzigen Donnerstag: Am Abend zirkulierten acht Gruppen in 14 Restaurants. Es folgte der Fasnachtsumzug am Sonntag mit zehn Nummern. Dazwischen fanden Maskenbälle statt. Abgeschlossen wurde das närrische Treiben am Fasnachtsdienstag erneut mit einer Gruppenzirkulation in den Restaurants. Das alles ist 75 Jahre her, weshalb die Dorffasnacht Biberist Jubiläum feiern darf. An der Grundkonstruktion, die vor 75 Jahren entworfen wurde, hat sich bis heute nicht viel verändert.

Nur wenige spezielle Jubiläumsaktionen

Der Vorstand der Biberister Fasnacht hat sich entschieden, das Jubiläumsjahr zu feiern. Auf allzu viele spezielle Aktionen wird aber verzichtet. Die aktiven Biberister Närrinnen und Narren werden im Herbst gemeinsam auf Reisen gehen. Am auffälligesten für die Dorfbevölkerung wird der Umzug am Sonntag sein. Er umfasst mehr Nummern als üblich und macht einen längeren Weg. Neben den Biberister Gruppen spielt eine Guggemusik aus Wasen im Emmental. Zudem sind heuer mehrere Gruppen dabei, die mitlaufen und sich teilweise auch aktiv unters Publikum mischen werden. Die längste Anreise haben sicher die Berkheimer Narren (Esslingen-Berkheim, Deutschland). Gespannt sein darf man auch auf die Schnapslochgeischter aus Welschenrohr. Und weiter sind die Wiggertaler Tüfle (Zofingen) dabei. Mindestens seit 1948 sind auch die Tambouren ein fester Bestandteil der Biberister Fasnacht. Rund 400 Aktive dürften insgesamt mit dabei sein.

Ein Revival erlebt auch «dr Ämmeschnägg». Das «leider nümm au jährliche Chrauschi-Mauschi-Blatt im Fasnachtsrummel» erscheint aus Anlass des Jubiläums und bietet neben Versen über aktuelle Geschehnisse auch Informationen zur Geschichte. Aber auch die Jubiläumsausgabe kann die Frage, wieso gerade der «Schnägg» zum Wappentier der Biberister Fasnacht wurde, nicht beantworten.

«Wir sind stolz, dass es in Biberist immer noch eine Dorf-und eine Beizenfasnacht gibt», erklären Susanne Scheidegger und Werner Jäggi in einem Gespräch. Sie sind beide Ehren-Obernarren und seit vielen Jahren aktiv in allen möglichen Chargen. Dass es in Biberist jeden Fasnachtssonntag einen Umzug gebe - obwohl derjenige in Solothurn zeitgleich durchgeführt wird - macht den beiden ebenfalls Freude. Ebenso die Tatsache, dass der Vorstand der Fasnacht in den letzten Jahren verjüngt werden konnte . Einziger Wermutstropfen: Ausgerechnet im Jubiläumsjahr wird mit den Schnitzel-Grufties nur eine Schnitzelbankgruppe unterwegs sein.

www.schnaegg.ch

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