Am Freitag hat die Interessengemeinschaft «IG LüNe – üses Dorf» einen von 177 Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern unterzeichneten Antrag an den Gemeinderat eingereicht. Damit ersucht die IG den Gemeinderat, die Bewilligung zur Benutzung der Mehrzweckhalle für den aus ihrer Sicht umstrittenen Kongress vom 19. bis am 21. Juni rückgängig zu machen.

Gegen den Psychiater Samuel Widmer sowie gegen weitere Exponenten aus dem Umfeld der Kirschblütengemeinschaft laufe ein Strafverfahren wegen mutmasslicher Zuwiderhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz. Bis dieses Verfahren durch die Solothurner Staatsanwaltschaft abgeschlossen sei, sollten der Gemeinschaft und ihr nahestehenden Gruppierungen und Personen keine öffentlichen Gebäude für die Durchführung von Seminaren oder Kongressen bewilligt werden, schreibt die IG in einer Mitteilung.

Widmer sei zudem Gründungsmitglied des Veranstalters, des Vereins «Avanti – Internationale Ärztegesellschaft für Alternative Psychiatrie und Echte Psychotherapie.» Diese bewerbe im Internet den Dokumentarfilm «Der verbotene Weg». Dieser Film sei gemäss der Ärztegesellschaft ein «leidenschaftliches Plädoyer für den rituellen Gebrauch bewusstseinserweiternder Substanzen wie LSD, MDMA oder Mescalin». Mit der unkritischen Werbung werbe Avanti gleichzeitig für den Missbrauch illegaler Substanzen.

«Sehr heikel»

«Mit der Vergabe öffentlicher Gebäude für den geplanten Kongress rückt sich Lüsslingen-Nennigkofen in den Dunstkreis der Duldung oder gar Förderung des Verstosses gegen das Betäubungsmittelgesetz», schreibt die IG weiter. «Diese Situation erachten die 177 mitunterzeichnenden Einwohnerinnen und Einwohner als sehr heikel.»

Es sei nicht verständlich, warum die Vergabe der Mehrzweckhalle durch den Gemeinderat nun doch bewilligt wurde. Noch im März hatte der Gemeinderat die Benutzung einstimmig abgelehnt.
Die Reputation der Gemeinde in der Öffentlichkeit habe in den vergangenen Jahren stark gelitten. Es gebe viele Einwohnerinnen und Einwohner, welche unter der ganzen Situation um die stark expandierende und polarisierende Kirschblütengemeinchaft litten, sich sorgen und sich nicht mehr zu Hause fühlen.
Von der Kirschblütengemeinschaft war gestern niemand für eine Auskunft zu erreichen. (mgt/crs)