Der Projekttag «Abenteuer Schule geben» richtet sich ausschliesslich an Jungs, weil er dazu beitragen soll, den Berufswahlhorizont junger Menschen über die geschlechtstypischen Berufsfelder hinaus zu erweitern.

Am Vormittag übten die Jungs mit einem Musikdozenten der Pädagogischen Hochschule in Solothurn einen Reim und eine dazu passende Bewegungsabfolge ein. Nach dem Mittagessen ging es per Bustransport in die Schulhäuser Mitteldorf und Steinmatt in Derendingen.

Dort haben sie jeweils zu zweit oder zu dritt sechs verschiedene Klassen besucht. Zu Beginn konnten die Jungs den Unterricht noch etwas beobachtet, dann traten sie selbst in Aktion und unterrichteten die am Vormittag eingeübte Unterrichtssequenz.

Die Jungs fanden es «mega cool» selbst zu unterrichten und den kleinen Kindern etwas beizubringen. Sie bemerkten aber auch, dass es manchmal ganz schön anstrengend sein kann. «Man braucht viel Geduld». Trotzdem konnten sich am Ende des Projekttags viele vorstellen, später als Lehrer zu arbeiten.

Den «Traumberuf» gefunden

Männliche Lehrpersonen sind im Kindergarten und in der Unterstufe nach wie vor eine Seltenheit. Am nationalen Zukunftstag können sich Kinder Berufen annähern, die sie sonst vielleicht für sich gar nicht als Option in Betracht ziehen, weil sie keine Vorbilder dafür haben.

«Ich hatte vorher gar nicht an die erste oder zweite Klasse gedacht», meinte einer der Jungs, «jetzt ist das mein Traumberuf».

«Abenteuer Schule geben» gibt Jungs die Gelegenheit, Vorerfahrungen mit der pädagogischen Arbeit im Kindergarten und in der Unterstufe zu machen. Der Projekttag wird jährlich am Zukunftstag von der Pädagogischen Hochschule FHNW in Solothurn und in Brugg-Windisch durchgeführt.

An beiden Standorten der PH nahmen je 15 Jungs aus der 5. bis 7. Klasse am Programm teil. Die Nachfrage ist gross: Das Angebot war bereits seit Anfang Oktober ausgebucht. (mgt)