Jeweils am Fasnachtssamstag treffen sich die Wasserämter Guggen und jene aus dem benachbarten Bernbiet zur Streetgugge-Party. Die teilnehmenden Guggen sind im Turnus Gastgeber. Dieses Jahr fand die Sause in Derendingen beim Gemeindehaus statt und wurde von den Ämmekracher organisiert. Als Gäste waren mit dabei: Baukebieger (Kriegstetten), BBS (Horriwil), Böögge Brätscher (Welschenrohr), Chäslochbrätscher (Deitingen), Chessuriesser (Wiler), Fädereböck (Koppigen), Jguschränzer (Recherswil), Luaare (Luterbach), Oeschschränzer (Subingen), Schrottofoniker (Bätterkinden), Sprisseli (Chindergugge Wasseramt) und Ventil-Blöterler (Biberist).

An ihrem Heimspiel konnten die Ämmekracher auf ein farbenfrohes und gutgelauntes Menschenmeer blicken. Zudem gab es für die Gastgeber gleich in doppelter Hinsicht Grund zum Feiern. Anfangs 2004 taten sich ehemalige Mitglieder der Wasserämter Chindergugge Sprisseli zusammen, um weiterhin gemeinsam der Fasnachtsmusik frönen zu können, und gründeten die Ämmekracher. Alsbald stiessen weitere Interessenten hinzu, sodass der Verein heute – an seinem 15-jährigen Jubiläum – 38 Mitglieder zählt.

In Erinnerung geblieben ist beispielsweise die Nacht- und Nebelaktion vor einigen Jahren, in der die Ämmekracher dem Dorf seinen «korrekten» Namen verpasst haben, indem sie bei den Tafeln an den vier Hauptstrassendorfeingängen den Mundartschriftzug «Däredinge» anbrachten. Seit 2014 ist die Gugge zudem massgeblich für die Dorffasnacht verantwortlich. Unterstützung erfahren die Ämmekracher dabei durch eine Vielzahl an Dorfvereinen oder auch die Schule. «Aus diesem Grund ist auch der Antrieb da, das Ganze so lange wie möglich noch aufrechtzuerhalten», erklärt Präsidentin Marianne Jeker. Denn die Situation gestaltet sich nicht gerade einfach. So sei etwa die Beizenfasnacht in Derendingen ein aussterbendes Gut. Schmerzhaft sei zudem, wenn sich die BSU damit brüste, dass sie ganze Busladungen von Fasnächtlern an die Chesslete nach Solothurn chauffiert habe. «Das ist der Tod der Dorffasnacht», erklärt Jeker.

8 Jahre lang stand die gebürtige Bernerin den Ämmekracher als Präsidentin vor. Nun sei es an der Zeit, jüngeren Kräften Platz zu machen. Dadurch habe sie auch wieder mehr Zeit, die sie in die Dorffasnacht investieren könne. Als Abschiedsgeschenk gibt es von der Präsidentin die allererste Vereinsfahne in der Geschichte, welche an der Streetgugge-Party mit Stolz dem Publikum präsentiert wurde. Diese kommt in den Vereinsfarben Schwarz und Orange daher und ist mit einem «Tüüfeli» geschmückt, welches seit der ersten Fasnachtsteilnahme als Maskottchen fungiert.

Ganz auf ihre langjährige Präsidentin verzichten, muss die Gugge aber nicht. Vorübergehend leitet Jeker den Verein noch im Co-Präsidium mit ihrem Schwiegersohn. Auch Nachwuchsprobleme haben die Ämmekracher aktuell keine zu befürchten. «Die Fasnacht ist etwas Generationenübergreifendes», sagt Jeker schmunzelnd. Denn auch ihre beiden Kinder sind in der Gugge tätig und selbst die Enkeltochter läuft bereits mit. In Derendingen endet die Fasnacht am Aschermittwoch mit dem traditionellen Gropp-Verbrennen. Nicht so für die Ämmekracher. Für sie geht die Reise weiter ins Oberaargau, an die Berner Fasnacht.