Gerichtsfall
10 Monate Gefängnis für dubiosen Tierschützer

Ein 51-jähriger Mann musste vor dem Regionalgericht Oberland antraben. Er habe sich unter dem Vorwand, eine Tierambulanz aufbauen zu wollen, persönlich bereichert, so der Vorwurf. Auch in Gerlafingen hatte der Mann Spendengelder gesammelt. 10 Monate Gefängis lautete das Urteil am Mittwoch.

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Das Regionalgericht Oberland verurteilte einen angeblichen Tierschützer zu 10 Monaten Gefängnis.

Das Regionalgericht Oberland verurteilte einen angeblichen Tierschützer zu 10 Monaten Gefängnis.

KEYSTONE

Mit einem sympathischen Anliegen warb er für Spendengelder: Eine Tierambulanz wolle er in der ganzen Schweiz aufbauen. So auch in Gerlafingen. Über 100'000 Franken Spendengelder sind so insgesamt zusammen gekommen. Eine Tierambulanz hat es aber nie gegeben. Das Geld sei in seine eigenen Taschen geflossen, so der Vorwurf. Deshalb musste der 51-jährige Mann wegen gewerbsmässigem Betrug und mehreren anderen Delikten vor dem Regionalgericht Oberland antraben.

Dieses hat ihn am Mittwoch zu 24 Monaten Gefängnis verurteilt. 10 Monate davon unbedingt. Dies berichtete «Radio32». «Wenn Alles andere nicht mehr hilft, muss er es irgendwann spüren», kommentierte die Gerichtspräsidentin das Urteil. Der Angeklagte hatte bereits zig Vorstrafen, untere anderen Verkehrsdelikte. Im Zentrum des Schuldspruchs stand jedoch die Tierambulanz: Es habe kein Team gegeben, die auf der Website aufgelisteten Einsätze seien schlicht erlogen und die Spendengelder seien auf das private Konto des Angeklagten geflossen, so die Urteilsbegründung.

Der Angeklagte selber meinte, es sei ihm ernst gewesen mit der Tierambulanz. Das Ganze sei ihm einfach über den Kopf gewachsen.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich 30 Monate unbedingt gefordert. Ob das Urteil weiter gezogen wird, ist noch unklar. (rka)