Gemeinderat
1 Million fürs Zuchwiler Sportzentrum reicht nicht

Der Finanzplan wurde vom Gemeinderat Zuchwil auseinandergenommen und noch nicht endgültig abgesegnet.

Nadine Schmid
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Das Sportzentrum belastet Zuchwils Finanzen.

Das Sportzentrum belastet Zuchwils Finanzen.

Yves Wälchli

Der Finanzplan von 2019–2023 sagt Zuchwil eine schwere Zukunft voraus, denn die Schulden sind, obschon beträchtlich abgebaut, nach wie vor vorhanden. Somit ist das finanzielle Wohlergehen weiterhin abhängig vom guten Geschäftsgang der juristischen Personen in der Gemeinde. Auch stehen beträchtliche Investitionen beim Sportzentrum an.

Die Ziele des Gemeinderats bezüglich Finanzhaushalt sehen im Moment so aus, dass die Gemeinde Ertragsüberschuss generieren und die Nettoinvestitionen auf 4 Millionen Franken begrenzen soll, zusätzlich soll der Selbstfinanzierungsgrad auf mindestens 100 Prozent steigen. Die künftigen Finanzierungspläne können diesen Selbstfinanzierungsgrad jedoch nicht erreichen, was zu einer weiteren Verschuldung führen wird. Das Eigenkapital der Gemeinde wird somit um rund 2 Millionen Franken auf 19 Millionen Franken sinken, so die Prognose.

Der Finanzplan von Zuchwil wurde zwar in der ersten Lesung von den Gemeinderäten zur Kenntnis genommen, hat jedoch Missfallen ausgelöst. So wurde beispielsweise angemerkt, dass die maximal auf 4 Millionen Franken festgelegten Nettoinvestitionen jeweils arg überschritten würden. Deshalb beschloss der Gemeinderat, sich die finanziellen Zielvorgaben vor der Budgetierung gründlich anzusehen und zu diskutieren.

Der Gemeinderat hat

- beschlossen, das Disziplinarreglement zuhanden der Gemeindeversammlung aufzuheben. Dieses sei überflüssig geworden, da die Disziplinierungsregelung an Schulen inzwischen kantonal geregelt wird;

- entschieden, die Arbeitsgruppe Integration aufzulösen. Dabei wird im Moment darauf verzichtet, eine neue Arbeitsgruppe ins Leben zu rufen, da Alternativen zu sehen seien. Der Gemeinderat will die potenzielle neue Arbeitsgruppe oder die Alternativen in einer der kommenden Sitzungen diskutieren;

- die neue Signalisation bei der Regiobank gutgeheissen und machte sie dadurch rechtskräftig. Diese musste wegen des Neubaus der Bank auf die neuen Umstände angepasst werden;

- sich auch dem Controlling des zweiten Quartals gewidmet. Die Erfolgsrechnung wird gemäss Hochrechnung besser abschneiden als budgetiert. Durch das Bezahlen eines Darlehens aus den eigenen Mitteln und der Tilgung eines kurzfristigen Kredits, konnten die Schulden von 31 Mio. Franken auf 26 Mio. abgebaut werden. (nsg)

Mehr Geld für das Sportzentrum

Für regen Diskussionsstoff sorgte vor allem die geplante Erhöhung von 1 Million Franken auf 1,1 Millionen Franken im Jahr bei den Investitionen für das Sportzentrum. Dies sei eine Kompromisslösung, wie Finanzverwalter Michael Marti erklärte. Bei grösseren Investitionen reicht 1 Million Franken für das Sportzentrum trotz der Kostenbeteiligung der Regionsgemeinden für die Eiskunsthalle nicht aus.

Kritik an der geplanten Erhöhung äusserte unter anderem Patrick Marti (SP): «Ein beträchtlicher Teil der Steuergelder wird für das Sportzentrum jährlich ausgegeben. Wir haben das Thema in der Vergangenheit diskutiert und uns auf 1 Million Franken pro Jahr geeinigt. Auch haben wir die Repla gebeten, die Eiskunstbahn in ihrem Fonds zu integrieren, damit es die Gemeinde entlastet.»

Auch Silvio Auderset (SVP) war nicht einverstanden. «Wir haben Schulden. Es geht nicht an, dem Sportzentrum in dieser Situation noch mehr Geld zu geben.» Dazu wurden weitere Punkte im provisorischen Finanzplan bemängelt, so beispielsweise die sicherheitshalber sehr hoch angesetzten Kosten für die Einführung des Lehrplans 21. Der Gemeinderat wird in einer nächsten Sitzung den Finanzplan noch einmal besprechen und dann einen Entscheid fällen.

Treffpunkt bei einer Evakuation

Das Projekt des Kantons zum Evakuations- und Notkommunikationskonzept wurde im Gemeinderat vorgestellt. Dieses wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Kanton Aargau ausgearbeitet und dient dazu, grosse Treffpunkte zu ermöglichen, welche bei bestimmten Ereignissen, wie einem Erdbeben oder einem AKW-Unfall nötig werden könnten. Dazu hat der Kanton für jede Gemeinde mindestens einen Notfalltreffpunkt festgelegt. Diese Vorschläge müssen von der jeweiligen Gemeinde abgesegnet werden.

Der Gemeinderat Zuchwil hat die Standorte einstimmig genehmigt. Diese liegen beim Sportzentrum Zuchwil und beim Schulhaus Pisoni. Ein solcher Treffpunkt hat verschiedene Kriterien zu erfüllen. So soll er sich beispielsweise, wenn möglich, nahe einer Haltestelle des öffentlichen Verkehrs oder eines Bahnhofs befinden und innerhalb von zehn Minuten zu Fuss erreicht werden können. Er soll als erste Informationsstelle und Erste-Hilfeleistung dienen. Von dort würden die Menschen dann weitergeleitet. Die Einführung des Konzepts ist für Mai 2019 geplant, ausserdem soll es voraussichtlich schweizweit eingesetzt werden. Für die Umsetzung eines Notfalltreffpunktes ist jede Gemeinde selber zuständig.

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