Engagement

1. August-Feier in Langendorf: «Nicht Jagd auf Besitz und Macht»

Freiwilliges Engagement war Thema an der 1. August-Feier in Langendorf. Vier Personen erzählten ihre Geschichte, wie sie zur Freiwilligenarbeit gekommen sind und was sie ihnen bringt.

Gemeinderat Urs W. Flück war sich bereits als Bub gewohnt, zuhause mitzuhelfen. Später stellte er sich immer wieder für unentgeltliche «Ämtli» zur Verfügung. «Ich kann schlecht nein sagen», gestand er ein. Für ihn bringt dieses Engagement viel Erfüllung. Er ist überzeugt, dass eine Gesellschaft nur durch freiwillige Helfer funktioniert. Silvio Jaggi, Präsident der Naturfreunde Langendorf, betonte, dass man Freiwilligenarbeit stets für andere tue. Auch im Verein seien ehrenamtliche Helfer unabdingbar, die dafür sorgen, dass der Verein attraktiv bleibt.

Per Zufall kam Daniel Hürlimann von den Pistolenschützen zu freiwilligem Engagement, als er in einer privaten Angelegenheit mit Kommissionsarbeit in Kontakt kam. Heute ist er Gemeinderat und engagiert sich stark für den Verein. Emil Hasler entdeckte die Freiwilligenarbeit durch seine Partnerin, die Pfarrerin Sabine Palm, nach seiner Pensionierung. Ihm ist es wichtig, frei entscheiden zu können, was er machen will. Er schätzt die Kontakte, die dabei entstehen. Das Fazit aller Redner lautete: «Unentgeltliche Arbeit muss Spass machen.»

Auch Gemeindepräsident Hans-Peter Berger ist überzeugt, dass die Freude an der Tätigkeit und das gute Gefühl, mit anderen etwas zu bewegen, der häufigste Antrieb für einen unentgeltlichen Einsatz ist. Eine Gemeinde ohne Helfer im Hintergrund wäre arm, leer und kalt, gab Berger zu bedenken. Auch diese Feier sei nur dank unbezahlter Helfer möglich geworden, betonte er. Die Naturfreunde waren für Getränke und Dessert zuständig. Die Pistolenschützen für das von der Gemeinde offerierte Risotto. Der Männerchor Chutz lieferte die musikalische Umrahmung. Als Wertschätzung für ihr Engagement erhalten die Vereine jährlich 20'000 Franken von der Gemeinde.

Festrednerin Sabine Palm, reformierte Pfarrerin, warnte davor, Freiwillige auszunützen. Denn sonst würde aus der Lust plötzlich Frust. Trotz grosser Belastung müsse die Arbeit eine persönliche Bereicherung sein. Sie legte allen Freiwilligenarbeit ans Herz. Denn nicht Jagd auf Besitz und Macht, sondern der Glaube daran, dass eine funktionierende Gemeinschaft wertvoll sei, müsse der Kern von Arbeit sein. (msg)

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