Olten
«Läufelfingerli»-Lokführer trägt die Schuld an der Zugskollision

Nun ist es offiziell: Die S9 («Läufelfingerli») trägt die Schuld an der Zugskollision von Olten vom vergangenen Donnerstag. Der Lokomotivführer überfuhr das Rotlicht und rammte auf der darauf folgenden Weiche einen anderen Zug.

Marco Sansoni
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Menschen laufen vom Unglücksort weg Mehrere Person wurden durch die Kollision verletzt, eine mittelschwer.
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Der Unfall ereignete sich am Donnerstag kurz vor 18 Uhr
Am Unfall beteiligt waren die S9 («Läufelfingerli»)...
...und ein Entlastungszug (S3) aus Basel
Grossaufgebot von Polizei, Ambulanzen und die Feuerwehr
Entgleist Die Lokomotive und zwei Waggons des Regionalzugs wurden durch die Kollision aus den Schienen gehoben
Zugskollision
Die Wagen wurden stark in Mitleidenschaft gezogen
Die demolierte Lokomotive
Feuerwehr und Polizei behalten den Überblick
Der Unglücksort ist grossräumig abgesperrt
Feuerwehrmänner begutachten den Schaden
Rettungskräfte besprechen sich

Menschen laufen vom Unglücksort weg Mehrere Person wurden durch die Kollision verletzt, eine mittelschwer.

Leserbild

Die Kantonspolizei Solothurn und die Unabhängige Untersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) bestätigen die Vermutungen der az in Berufung auf Spezialisten von vergangener Woche.

Rotlicht überfahren, Weiche aufgeschnitten

Gemäss dem vorläufigen Untersuchungsbericht der UUS überfuhr die Zugskomposition aus Trimbach/Läufelfingen herkommend sowohl das Vor- als auch das Hauptsignal und rammmte danach einen durch den Hauenstein-Basistunnel herkommenden Zug. Letzterer hätte den Vortritt gehabt und zudem eine Minute früher als das «Läufelfingerli» im Bahnhof Olten eintreffen sollen.

Die Weiche war entsprechend der Signalanlage eingestellt, hält das UUS fest. Das «Läufelfingerli» schnitt somit die Unfallweiche auf. Technisch waren sowohl die Züge als auch die Gleisanlagen in einem einwandfreien Zustand. Ausserdem überschritt keiner der beiden Züge die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit vor dem Unfall.

Automatischer Nothalt zu spät

Die Bergungsarbeiten in Olten am Morgen danach Bergungsarbeiten am Freitagmorgen.
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Die Bergungsarbeiten in Olten am Morgen danach Bergungsarbeiten am Freitagmorgen.

Adrian Hunziker

Die alte Hauensteinlinie und damit die Strecke des «Läufelfingerli» ist mit der Zugssicherungsanlage des Typs Integra-Signum ausgerüstet. Das ursprünglich aus den 1930er-Jahren stammende und in den 1970er-Jahren erweiterte System löst erst beim Hauptsignal die Notbremsung aus. «Dies ist auch geschehen», sagt Walter Kobelt, Leiter der UUS. Die Kollision konnte aber aufgrund des langen Anhalteweges nicht mehr verhindert werden.

Zwei Verletzte

Bei der Kollision am vergangenen Donnerstag wurden zwei Personen verletzt, darunter auch der Lokführer des unfallverursachenden Zuges. Beide konnten jedoch das Spital bereits wieder verlassen.

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