Es hat diesen Sommer bisher oft geregnet und war kalt. Die Folge: in Ausflugsrestaurants wie dem Kurhaus Weissenstein sitzt das Personal da und wartet auf Gäste, die nicht kommen. Werner und Elisabeth Käser, die neuen Geranten des Kurhauses Weissenstein, haben sich jedenfalls die Bergsaison leicht anders vorgestellt, als sie am 13. Mai nach der erstmaligen Winterschliessung die Pforten des Solothurner Hausberg-Restaurants wieder öffneten.

Aushilfen nach Hause geschickt

«Beim Einrichten und Hausputz im April hatten wir super Wetter. Doch sobald wir dann die Gäste begrüssen wollten, war Schluss damit», bilanziert Käser mit einem leichten Anflug von Sarkasmus.

Von früheren Jahren auf dem Berg weiss er allerdings sehr wohl, wie es ist, wenn sich tagelang nur vereinzelte Gäste auf dem Hausberg blicken lassen. «Man darf sich in einer solchen Situation einfach nicht vom Bergkoller anstecken lassen.» Sich selber und das Personal motivieren, lautet die Devise.

Konkret ausgedrückt: Von bisher 13 Sonntagen waren 10 schlecht. Die insgesamt 27 Aushilfskräfte, welche Käser auf Abruf mobilisieren könnte, mussten mehrheitlich zu Hause bleiben. Meist genügten die sechs Festangestellten, um die Bedienung sicherzustellen. Ein durch und durch verregneter Weissenstein-Schwingersonntag inklusive Festabbruch steht exemplarisch für die bisherige Saison.

Ohne Bergbahn zu wenig Gäste

Dass zu wenig läuft auf der «Weissenstein»-Terrasse sei aber beileibe nicht nur Petrus anzulasten, hält Käser fest. «Ohne Bergbahn nützt auch das beste Wetter nichts.» Denn ohne neue Bahn komme das Kurhaus einfach nicht auf die nötigen Frequenzen.

Gleichermassen betroffen seien auch die anderen Restaurants auf dem Berg. Der Bus, der am Mittwoch, Samstag und Sonntag auf den Weissenstein fährt, sei kein Ersatz für die Bahn. Im Gegenteil: Das Einbahn-Regime halte die Autofahrer ab. «Die Leute haben leider die Geduld nicht, um zu warten.»

Ein zunehmendes Problem sei auch das Littering. Die Leute kommen zwar auf den Berg, nehmen Picknick mit, benutzen womöglich noch die Restaurant-Toilette im Kurhaus und stopfen ihren Müll in den Container des Berghauses. Wenn es noch gut läuft. «Am Morgen nach dem 1. August haben zwei Containersäcke nicht gereicht, um den Abfall der Feuerstellen wegzuräumen», erzählt der Wirt.

Konzept hat sich bewährt

Doch es gibt nicht nur schlechte Nachrichten. So habe sich das gatronomische Konzept bewährt. Das heisst, wenn die Leute auf den Berg kommen, sind Kalbsschnitzel und Pommes frites ein Renner, Suppen, Wurstsalat und natürlich Fondue. Für die «Amis du Caquelon» haben Käsers ein spezielles Angebot am Freitagabend lanciert. Wenig nachgefragt wird hingegen das Frühstück. Käser vermutet dahinter auch einen Wandel der Gewohnheiten.

In dieser Situation zeigt sich Käser erleichtert, dass er mit der Besitzerin Regiobank einen «starken und engagierten Partner» habe. «Ohne entsprechende Zusicherungen hätte ich das Engagement nie angetreten», betont er.

Optimistisch in die Zukunft

Entmutigt ist Käser jedenfalls noch lange nicht. «Dafür gibts auf dem Weisssenstein einfach zu viele schöne Sachen», lacht er. «Die Natur, das Bergpanorama, selbst der Regenbogen ist schöner als im Tal.» Ganz besonders gefreut habe ihn, als der CEO der Zuchwiler Kaffeemaschinenherstellerin Schaerer dem Restaurant eine topmoderne Gastro-Maschine zur freien Benutzung überlassen habe. Jetzt gibts auf dem Top of Solothurn auch top Kaffee, Latte Macchiato usw.

Ansonsten bleibt es aber dabei: das Restaurant hat nur am Tag geöffnet, Übernachtungen sind bis auf Weiteres nicht möglich. Die Öffnungszeiten am Sonntag wurden um eine Stunde verschoben (neu 9 bis 18 Uhr).