Neues Lehrmittel
Korrektes Deutsch ist im Kanton Solothurn kein Zufall

An den Berufsfachschulen des Kantons Solothurn werden ab kommendem Schuljahr Sprache und Kommunikation mithilfe eines neuen Lehrmittels unterrichtet. Damit soll die Sprachkompetenz der Berufslernenden noch besser gefördert werden.

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Im Rahmen einer Weiterbildung wird den Berufsschullehrkräften das neue Lehrmittel präsentiert. Hanspeter Bärtschi

Im Rahmen einer Weiterbildung wird den Berufsschullehrkräften das neue Lehrmittel präsentiert. Hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

Die letzte Pisa-Studie hat einmal mehr gezeigt: Jeder sechste Schulabgänger hierzulande kann kaum richtig lesen und schreiben. Selbst das Verstehen einfacher Texte bereitet vielen Jugendlichen grosse Mühe. Diesem Umstand haben die Berufsfachschulen des Kantons Solothurn den Kampf angesagt: Ab dem neuen Schuljahr werden alle neu eintretenden Lernenden der 3- und 4-jährigen Lehren verbindlich mithilfe des im Hep-Verlag in Bern erschienenen Lehrmittels «Deutsch im ABU, Ausgabe B» unterrichtet.

Das neue Lehrmittel wurde jetzt im Rahmen einer Weiterbildungsveranstaltung aller Lehrkräfte für Allgemeinbildung an der Gewerblich-Industriellen Berufsfachschule (Gibs) in Grenchen vorgestellt. Damit sind die kantonalen Berufsfachschulen ihrem Ziel, den allgemeinbildenden Unterricht (ABU) zu vereinheitlichen, einen weiteren Schritt näher gekommen.

Das Lehrmittel ist exakt auf den Solothurner Lehrplan abgestimmt. Rückblende: Vor zwei Jahren trat der kantonale Lehrplan Allgemeinbildung in Kraft. Darin wurde der Bereich «Sprache und Kommunikation» gegenüber früheren Lehrplänen deutlich aufgewertet. Erhebungen hatten nämlich gezeigt, dass es nicht reicht, Deutsch nur noch so «en passant» zu unterrichten, wenn man will, dass die Jugendlichen ihre Sprachkompetenz verbessern.

Gutes Lehrmittel ist grosse Hilfe

Bei der konkreten Umsetzung des Lehrplans stellte sich die Frage, mit welchem Lehrmittel man unterrichten will. Schnell einmal stand die Idee eines eigenen Lehrmittels im Raum. «Wir wollten sicherstellen, dass die Vorgaben des neuen Lehrplans auch tatsächlich im Unterricht umgesetzt werden. Ein gutes Lehrmittel ist dabei eine grosse Hilfe und ein wesentlicher Faktor für eine gute Unterrichtsqualität», sagt Georg Berger, Direktor des Berufsbildungszentrums Olten und ABU-Chefexperte des Kantons.

Der Hep-Verlag zeigte sich interessiert am Projekt. Man einigte sich darauf, das bestehende Lehrmittel «Deutsch im ABU» der Autorinnen Monika Wyss und Marta Rüegg zu überarbeiten und dem Solothurner Lehrplan anzupassen. Als Autorin verpflichtete das Amt für Berufsbildung, Mittel- und Fachhochschulen Rahel Eckert-Stauber, Journalistin und Lehrkraft für ABU und Französisch an der Gibs Solothurn.

Nach den Sommerferien gehts los

Entstanden ist eine Ausgabe B von Deutsch im ABU, die optimal auf die Solothurner Bedürfnisse abgestimmt ist, aber auch über die Grenzen des Kantons hinaus von Interesse sein dürfte. Das Arbeitsbuch ist der produktiven und normativen Sprachkompetenz gewidmet. Indem das Lehrmittel die gezielte Sprachförderung mit den Themen des allgemeinbildenden Unterrichts verknüpft, setzt es einen zentralen Leitgedanken des ABU-Rahmenlehrplans des Bundes um.

Im Zentrum steht die schriftliche Sprachproduktion, doch werden auch die mündlichen und rezeptiven Kompetenzen gefördert. Gross war daher die Freude, als am Freitag nach eineinhalbjähriger Arbeit das neue Lehrmittel ausgepackt werden konnte. ABU-Chefexperte Georg Berger: «Ich freue mich ausserordentlich, dass das Lehrmittel nun da ist und wir nach den Sommerferien damit starten können.» (res)