Gebannt verfolgen die Fünft- und Sechsklässler aus dem Bezirk Bucheggberg, wie der Telegrafist von 1861 immer wieder «Glarus brennt» morst, um die Feuerwehren der Umgebung um Hilfe zu rufen. Ein kräftiger Wind fährt über die Köpfe der Schauspieler und Kinder hinweg. Der Föhn bläst wie vor 150 Jahren, als das Zentrum von Glarus in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1861 abbrannte und 600 Häuser in Schutt legte.

Schoggi-Maikäfer als Symbol

In der Szene des Freilichtschauspiels «Glarus brennt» wird diese Nacht vergegenwärtigt. Sie gehört zu zahlreichen Gedenk-Aktivitäten, in denen Glarus 150 Jahre nach dem Brand zugleich an die grosse Solidarität erinnert, die Glarus wiederfuhr. Die Maikäfer-Spende von Biezwiler Kindern vor 150 Jahren ist ein Beispiel dafür. Deshalb besuchten bereits im Mai zwei Schulklassen aus Glarus die Kinder am heutigen Schulstandort Messen, um als symbolisches Dankeschön Schoggi-Maikäfer zu überbringen.

Glarus näher kennengelernt

Beim Gegenbesuch am letzten Freitag lernen nun 40 Fünft- und Sechstklässler und die sie begleitende Biezwiler Gemeindepräsidentin Rita Mosimann mit Schulleiterin Silvia Hak sowie den Klassenlehrern Beat Cantieni und Verena Marti das nach dem Brand wiederaufgebaute Glarus näher kennen.

Feuerwehr holt Kinder ab

Im Namen der Gemeinde Glarus werden die Kinder von Schulleiterin Marietta Brunner in der historischen Ausstellung herzlich willkommen geheissen. Die beiden Schulklassen aus Glarus, die im Mai nach Messen reisen durften, sind ebenfalls zum Empfang gekommen. Genüsslich verzehren sie die aus dem Solothurnischen mitgebrachten «Spitzbuben». Dann werden die Bucheggberger von der Feuerwehr Glarus abgeholt. Brandbekämpfung von einst und heute steht auf dem Programm. Die Kinder sind mit Eifer und Interesse dabei. In den Tagen zuvor haben sie sich bereits auf Initiative der Solothurner Gebäudeversicherung auf das Thema Brandprävention und -bekämpfung bestens vorbereitet.

Nach dem Mittagessen geht es dann mit zwei Stadtführern durch den Kantonshauptort. Von der historischen Ausstellung «Wiederaufbau als Willensakt» führt der Weg zum Landsgemeindeplatz, wo der Brand ausbrach, zur Stadtkirche über das Gerichtshaus zum Burghügel, auf dem die Szene des Theaterspiels aufgeführt wird. «Diesen Tag in Glarus werden die Kinder nicht vergessen», verabschiedet sich Schulleiterin Silvia Hak.