Bellach
Kinderkrippe Momo hat es geschafft

Das Kinderhaus Momo hat sich nach drei Jahren etabliert und ist mit durchschnittlich 14 Kindern bei 16 vorhandenen Krippenplätzen nahezu vollständig ausgelastet.

rahel meier
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Im Kinderhaus Momo wird viel zur Integration ausländischer Kinder beigetragen. rm

Im Kinderhaus Momo wird viel zur Integration ausländischer Kinder beigetragen. rm

Solothurner Zeitung

Im April 2008 hat das Kinderhaus Momo in Bellach seinen Betrieb im Grederhof in Bellach aufgenommen. Drei Jahre später können die Verantwortlichen aufatmen und guten Gewissens sagen: «Wir haben es geschafft.» Tatsächlich ist die Krippe zurzeit mit durchschnittlich 14 Kindern (bei 16 Plätzen) praktisch voll ausgelastet. Drei Viertel der total 36 Kinder kommen aus Bellach. Dies dank dem grossen Durchbruch im Sommer 2009. Von da an konnten den Bellacher Eltern um die Hälfte vergünstigte Tarife angeboten werden, weil eine Vereinbarung mit der Gemeinde unterschrieben worden war. «Bevor wir ein Kind neu aufnehmen können, muss ein anderes gehen», erklärt Esther Bachmann, die Leiterin des Kinderhauses. Zwar bestünden keine Wartelisten, aber trotzdem sei die Situation erfreulich.

Flexible Einteilung

Im Kinderhaus Momo werden einige Kinder betreut, deren Eltern unregelmässig arbeiten, pendeln oder Schichtbetrieb haben. «Wir bieten aus diesem Grund ganz verschiedene Module für den Aufenthalt an.» Auch sei es möglich, dass Kinder in der einen Woche am Morgen, in der anderen am Nachmittag in die Krippe kommen. «Das gibt es sonst praktisch nirgends.» Damit kommt das Kinderhaus einem Bedürfnis von Eltern mit besonderen Arbeitsverhältnissen nach. Bachmann macht aber deutlich, dass die Kinder in der Krippe aus ganz verschiedenen Elternhäusern stammen. «Wir haben Kinder aus den Grederhöfen, Kinder aus dem oberen Bellacher Dorfteil und auch Kinder aus umliegenden Gemeinden.» Schweizerdeutsch, englisch, tschechisch, portugiesisch, italienisch – in den Elternhäusern würden ganz verschiedene Sprachen gesprochen. «Multikulti» nennt Esther Bachmann dies.

Kinder lernen nebenbei Deutsch

Das Kinderhaus Momo ist einerseits eine Kinderkrippe, andererseits würde es auch alle Bedingungen eines Montessori-Kindergartens erfüllen. «Wir haben allerdings momentan kein Kind da, das den Kindergarten bei uns absolviert.» Die Krippe sei aber eine Kindertagesstätte mit Vorschulangebot. «Tatsächlich schätzen die ausländischen Eltern unsere Einrichtung, weil wir den Ruf haben, die Kinder zu integrieren.» Es gebe sogar Kinder, die die Krippe vor allem besuchen würden, um dort Deutsch zu lernen.

Im Sommer 2008 wurden durchschnittlich fünf Kinder betreut. Im Sommer 2009 waren es um die sieben Kinder, im Sommer 2010 ging es mit durchschnittlich zwölf belegten Plätzen dann schon in Richtung Vollbelegung. So hat auch die Anzahl an Personal zugenommen. Neben den fest angestellten Betreuerinnen arbeiten Praktikantinnen und Praktikanten in der Krippe. Im Sommer 2010 hat zudem die erste Auszubildende für Fachfrau Betreuung Kinder (FabeK) ihre Lehrstelle im Kinderhaus Momo angetreten. Im Jahr 2010 hat sich auch die Zusammensetzung der Kinder verändert. «Wir haben sehr viele kleine Kinder bekommen und mussten die Krippe entsprechend umstellen. Die Kleinen brauchen anderes Material, um zu spielen, als die Grösseren.»

Momo noch bekannter machen

Nach drei Jahren Aufbauarbeit hat Vroni Jehle das Präsidium des Trägervereins des Kinderhauses an Rengin Gabriel abgegeben. Sie kennt sich aus, weil sie seit Oktober 2008 die Kasse des Vereins führte. «Ich möchte das Kinderhaus noch bekannter machen. In Bellach selbst, aber auch ausserhalb.» Das Kinderfest im Mai – das auch heuer im Rahmen von «Bellach.bewegt» stattfindet – sei eine gute Werbemöglichkeit. Es sei wichtig, immer präsent zu sein.

Eine Vision hat Krippenleiterin Esther Bachmann noch. «Wir haben festgestellt, dass Eltern ihre Kinder gerne schon im Alter von sechs Monaten bringen möchten.» Momo könne so kleine Kinder im Moment aber nicht aufnehmen. Dafür brauchte die Krippe mehr Raum und eine andere Infrastruktur, extra für die ganz Kleinen. «Zuerst zahlen wir jetzt unsere Schulden zurück und freuen uns, dass wir mit einem Budget arbeiten können, das keine roten Zahlen mehr zeigt», meint Bachmann. Eine Babygruppe zu eröffnen, könnte aber durchaus ein Fernziel sein.

www.kinderhausmomo.ch