Das 3800 Seelen-Dorf Lostorf hat viele Privatstrassen. Die einen wurden in den letzten Jahren geräumt, die anderen links liegen gelassen - aus technischen Gründen, wie der Gemeinderat in einer Pressemitteilung vom Dienstag schreibt.

Nun will die Gemeinde alle privaten Strassen, Parkplätze und Zufahrten gleichbehandeln und verzichtet auf eine Schneeräumung. Diese würde in den Zuständigkeitsbereich der Werk- respektive Grundeigentümer fallen.

Der Konzeptänderung fallen drei Privatstrassen zum Opfer.

Grundsätzlich Privatsache

Was Lostorf erst dieses Jahr durchsetzt, ist bei anderen Gemeinden im Kanton schon lange gang und gäbe. Alle fünf von der az angefragten Gemeinden geben an, dass die Schneeräumung privater Strassen grundsätzlich Privatsache sei.

«Wir haben sozusagen keine Privatstrassen», sagt Adrian Balz, Bauverwalter von Olten. Bei den wenigen die es gebe, würde die Gemeinde spezielle Absprachen mit den Besitzern treffen. Ihm seien aber keine anderen Gemeinden bekannt, die den Winterdienst so strikt wie Lostorf handhaben.

Es gibt Ausnahmen

Ein Spezialfall ist Attiswil mit seinen 1300 Einwohner. Da überprüft die Werkkommision die Privatstrassen - und entscheidet. «Wenn mehr als drei Eigentümer an einer Strasse sind, wird geräumt», bemerkt Jörg Scheidegger, Finanzverwalter.

Für die kleineren Gemeinden ist ein striktes Auseinanderhalten von Privat- und Gemeindestrasse deshalb nicht so wichtig. In Messen beispielsweise räumt laut Gemeindepräsidentin Marianne Meister, der zuständige Bauer auch die wenigen privaten Strassenstummel von 20 oder 30 Metern Länge, die es in der Gemeinde gibt.

Strassen mit Durchgangsverkehr werden geräumt

Vor allem was den Durchgangsverkehr angeht, sehen Gemeinden über die strikte Trennung hinweg: «Wir haben ein oder zwei Stellen, die wir wegen Durchgangsverkehr räumen müssen», weiss Oliver Steiner vom Bellacher Werkhof. (lds)