«Wenn man vor dem Screen steht, wird es sehr emotional. Es ist Anspannung pur», sagt Annic Lysser. Fünf Viertelstunden hatte die Miss- Schweiz-Wahl im Schweizer Fernsehen bereits gedauert, die Kandidatinnen hatten sich in Abendkleid und Bikini präsentiert, als die erste Auswahl fiel: In Zweierpaaren liess Moderator Sven Epiney die zwölf Kandidatinnen vor einen grossen Bildschirm treten. Nur diejenige, deren Bild gezeigt wurde, kam weiter.

Als Letzte trat Annic Lysser gegen die Aargauerin Jasmin Brunner zum Duell an. «Aargau gegen Solothurn: beide blond, beide attraktiv. Nur eine schaffts», liess Epiney die Spannung ansteigen. Als wenige Sekunden später das Bild der Aargauerin auf dem Bildschirm erschien, stand fest, dass Solothurn verloren hatte. «Ich kann nicht mehr genau sagen, was in diesem Moment in mir vorging», sagt die Feldbrunnerin. Zu emotional sei es gewesen. Sie gibt aber zu: «Die fünf bis zehn Minuten nach der Entscheidung waren sicher der Tiefpunkt der Misswahl; man hofft ja bis zuletzt.»

Traurig ist Lysser aber keinesfalls: «Ich habe die Zeit genossen. Es war anspruchsvoll, aber die Vorbereitungszeit war sehr schön.» Seit Anfang Mai hatten sich Lysser und die elf anderen Kandidatinnen vorbereitet. Neben einem Trainingscamp auf Madeira, dem Knüpfen von Kontakten und Interviews, gehörte auch zur Vorbereitungszeit, dass man plötzlich auf der Strasse erkannt wird: «Die wenigsten Leute sprechen einen an, aber an den Blicken merkt man es schon», sagt Lysser.

Obwohl sie das Modeln nicht ganz aufgeben möchte, geht es beruflich vorerst in eine andere Richtung: Mitte Oktober wird Annic Lysser eine Stelle auf dem Amt für soziale Sicherheit antreten und berufsbegleitend Betriebswirtschaft studieren. Und dann sind auch noch neue Freundschaften mit den anderen Kandidatinnen zu pflegen: «Wir haben bereits einen Termin abgemacht, an dem wir uns wieder treffen.»