Zuchwil

Kebag macht Dampf mit der Stromproduktion

Kebag-Direktor Markus Juchli im Turbinenraum.  HP. Bärtschi

Kebag-Direktor Markus Juchli im Turbinenraum. HP. Bärtschi

Die Kebag baut eine neue Turbinenhalle. Die neue Turbine hat eine Leistung von 9 Megawatt, die bestehende Anlage leistet im Vergleich dazu 7,7 Megawatt.

Wenn in der Kebag (Kehrichtbeseitigungs-AG) in Zuchwil die Öfen auf Hochtouren laufen, wird nicht nur der Abfall von fast einer halben Million Menschen aus den Kantonen Solothurn und Bern vernichtet. Vor allem entstehen durch den Verbrennungsprozess riesige Mengen an Energie. Energie, die heute teilweise ungenutzt verpufft.

Das will die Kebag nun ändern. Künftig soll es möglich sein, alle anfallende Energie aus der Kehrichtverbrennung in marktfähige Formen umzuwandeln – also Strom, Dampf und Fernwärme. Dazu soll eine neue Niederdruckdampf-Kondensationsturbine beitragen, die Dampf in Strom umwandelt. Ziel ist es, den Strom gewinnbringend ins AEK-Netz einzuspeisen. Bereits besteht in der Kebag eine Dampfturbine. Doch seit nach der Schliessung Ende 2008 kein Prozessdampf mehr in die Borregaard geliefert werden konnte, wurde dieser gekühlt und in die Aare geleitet. Mit dem Ende der Zellulosefabrik verschwand der nach der Sappi für die Kebag zweitwichtigste Kunde für Dampf. 32 Tonnen wurden in den letzten Jahren pro Stunde durchschnittlich geliefert.

Energie wird heute vernichtet

Heute sind die bestehenden Leitungen zum Borregaard-Gelände kalt. Stattdessen kondensiert der Dampf in der Kebag, rund ein Drittel der verfügbaren Energie wird ungenutzt vernichtet. «Dabei könnten wir diese ökologisch und auch ökonomisch verwerten», sagt Direktor Markus Juchli. Die Energienutzung für Strom, Dampf und Fernwärme sei ein wichtiger Bestandteil der Kebag-Strategie. «Nicht zuletzt können wir durch die Stromproduktion auch Einnahmen generieren, die dazu beitragen, die Gebühren tief zu halten.»

Anlage leistet 9 Megawatt

Der Neubau der Kondensationsturbine ist wohlüberlegt. Erst als klar wurde, dass sich kurzfristig keine energieintensive Industrie auf dem Borregaard-Areal ansiedelt, habe man sich für diesen Schritt entschieden, sagt Juchli. Gegen die Baupublikation gingen keine Einsprachen ein. Damit kann die Kebag den Neubau der Turbinenhalle in Angriff nehmen. Baubeginn ist bereits diesen Sommer, im Juli 2012 soll die Anlage in Betrieb genommen werden. Die Dimensionen der neuen Halle sind beträchtlich: 12 Meter breit, 40 Meter lang und 18 Meter hoch. Die neue Turbine hat eine Leistung von 9 Megawatt, die bestehende Anlage leistet im Vergleich dazu 7,7 Megawatt.

Direktor Markus Juchli beziffert die Gesamtkosten auf 22 Millionen Franken. Neben der Turbinentechnik sind darin auch die Kosten für die neue Halle, die Infrastruktur für die Strom-Netzeinspeisung sowie Vorprojekt- und Bewilligungskosten inbegriffen.

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