Swissmetal
Kanton will kein Geld für Swissmetal-Rettung einschiessen

Die Solothurner Regierung will bei der Swissmetal keine Firmensanierung betreiben. Einen runden Tisch macht laut Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler keinen grossen Sinn. «Swissmetal braucht unbedingt Geld. Der Firma steht das Wasser am Hals.»

Franz Schaible
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Die Belegschaft der Swissmetal kämpft um ihre bedrohten Arbeitsplätze in Dornach.

Die Belegschaft der Swissmetal kämpft um ihre bedrohten Arbeitsplätze in Dornach.

Keystone

In Dornach herrscht Chaos pur. Denn in der traditionsreichen Swissmetal überschlagen sich die Ereignisse und offensichtlich weiss niemand, wie die finanziell schwer angeschlagene Buntmetallherstellerin gerettet werden kann (wir berichteten).

«Die Lage ist sehr verworren», sagt dazu Jonas Motschi, Leiter des Solothurner Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler spricht von einer «langen Leidensgeschichte, die jetzt eskaliert». Beide Kantonsvertreter waren am Donnerstag in Dornach vor Ort.

«Swissmetal braucht vorab Geld»

Dabei hat die Gewerkschaft Unia die Solothurner Regierung aufgefordert, einen runden Tisch einzuberufen. Dieser mache aber keinen grossen Sinn, erklärt Gassler. Aber wenn die Teilnahme des Kantons von Unternehmensseite gewünscht werde, sei man dabei. Nach Gesprächen mit dem Swissmetal-Verwaltungsrat und der Gewerkschaft habe sich das Hauptproblem herauskristallisiert. «Swissmetal braucht unbedingt Geld. Der Firma steht das Wasser am Hals.»

Der Liquiditätsengpass muss gross sein. Haben doch die Firmenverantwortlichen erklärt, dass die Lohnzahlungen für Juli zum Problem werden könnten. Die Firma müsse nun in erster Linie eine Lösung mit den Banken und den Lieferanten finden, ergänzt Gassler. «Der Kanton kann kein frisches Geld einschiessen. Dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage und es würden falsche Anreize geschaffen», hält Gassler fest. Und: «Es geht hier um 50 Millionen Franken.» Für Motschi wäre das «mehr als Risikokapital». Esther Gassler ist allerdings sofort bereit, bei der Vermittlung von Gesprächen und bei der Suche nach einem Investor behilflich zu sein.

Wenig Hoffnung in Dornach...

Angesichts der immensen Probleme ist Motschi «nicht sehr optimistisch», was die Rettung der Metallwerke als Ganzes betrifft. «In der Vergangenheit war bei Swissmetal – allein schon mit den Führungs- und Besitzerwechseln – vieles schlecht gelaufen.» Auch die Anleger sind skeptisch. Der Aktienkurs verlor seit Anfang Jahr 60 Prozent. In Dornach sind 290 Arbeitsplätze in Gefahr.

... etwas mehr in Biberist

Am zweiten aktuellen Brennpunkt der Solothurner Wirtschaft – der «Papieri» in Biberist – ist die Lage ebenso schwierig, aber noch nicht ganz hoffnungslos. «Am Donnerstag hat ein weiterer potenzieller Investor unsere Fabrik besucht», erklärt Nicolas Mühlemann, Chef der von der Schliessung bedrohten Papierfabrik. Dieser verhandle nun mit der südafrikanischen Besitzerin Sappi. «Solange noch In-
teressenten im Rennen sind, solange besteht eine Chance, dass die Fabrik ab August neu als Verpackungspapierherstellerin weitergeführt wird.»

Dieses Wochenende wird die grösste Papiermaschine (PM9) hinuntergefahren, Mitte nächste Woche folgt die PM8, während die PM6 vorerst noch weiter produziert. Deshalb sei ab Juli quer durch den Betrieb zur Überbrückung Kurzarbeit eingeführt worden. Insgesamt stehen 550 Arbeitsplätze auf dem Spiel. 134 Mitarbeitenden wurde bereits gekündigt.