Anekdoten
Zwölf Flaschen Wein als Trinkgeld – was Nez Rouge-Helfer erleben

Ein paar Anekdoten der Nez-Rouge-Organisation, die zum Schmunzeln anregen.

Nez Rouge, Schweiz
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Da freuen sich Fahrgast und Fahrerin über ein gelungenes Zusammentreffen. Remo Fröhlicher

Da freuen sich Fahrgast und Fahrerin über ein gelungenes Zusammentreffen. Remo Fröhlicher

Remo Froehlicher;Remo Fröhlcher;

Ein Anrufer erklärt der Zentrale, dass er den Heimfahrdienst alleine nutzen werde, es sei denn, er habe Glück und werde dennoch in Begleitung heimfahren. Ein anderer Nutzer meldet zwar zwei Personen an, steigt dann aber alleine ins Auto. Ob seine Begleitung schlussendlich mit dem ersten Anrufer nach Hause gefahren ist, konnten wir nicht in Erfahrung bringen.

Als ein Kunde von der Nez-Rouge-Telefonistin nach dem Zielort befragt wurde, geriet das Gespräch arg ins Stocken. Er wolle einfach zu seiner Freundin, meinte der Mann. Die Antwort auf die Frage, wo sie denn wohne, fiel ihm sichtlich schwer: «Ach jetzt bin ich doch schon 7 Jahre mit ihr zusammen, aber die Adresse weiss ich beim besten Willen nicht.» Der Anrufer hatte dann eine zur Situation passende Idee: Der Nez-Rouge-Fahrer solle einfach mal losfahren, er könne dann die richtige Örtlichkeit schon erkennen.

Möglicherweise hätten wir eine zusätzliche Fahrt machen können, wenn der Kunde seinen Autoschlüssel zur Hand gehabt hätte. Seine Freundin suchte in der Handtasche, auf dem Boden im Dunkeln – es war hoffnungslos. Nach gefühlten 15 Minuten Suchen fand er den Schlüssel doch: in einem Stiefel seines Kofferraums.

Ein Polizei-Team stattete uns wie üblich in unserer Zentrale einen Besuch ab, um ein bisschen zu diskutieren. Zu seiner Überraschung waren bereits ein paar Polizei-Kollegen vor Ort.

Mitteilung eines Kunden: «Vielen lieben Dank erst einmal, dass es eine Organisation wie euch gibt. Wir haben in der Nacht vom Samstag auf den Sonntag euren Dienst in Anspruch genommen und uns fahren lassen. So weit alles perfekt. Wir waren nicht in der Lage, selbst zu fahren. Das Auto wurde danach auf unsere Bitte hin auf einem öffentlichen Parkplatz parkiert. Am nächsten Morgen war mein Auto abgeschleppt worden, weil da, wo parkiert wurde, am Folgetag ein Weihnachtsmarkt stattfand. Resultat: 250 Franken Abschleppkosten und 40 Franken Busse. Dennoch sind wir froh, dass es euch gibt.»

Unsere Freiwilligen machen sich auf den Weg zu einem Einsatz. Der Anrufer erklärt uns im Voraus, dass er an einem «besonderen» – sprich: verbotenen Ort – parkiert habe, genauer gesagt auf einer Baustelle. Als das Team mit dem Anrufer am Ort des Geschehens eintrifft, ist das Auto nirgends zu sehen ... vermutlich wurde es bereits abgeschleppt!

Als Trinkgeld für eine Fahrt haben wir zwölf Flaschen Wein erhalten.

Die sympathische Telefonistin erkundigt sich wie gehabt bei der Person, die den Service von Nez Rouge in Anspruch nehmen möchte: «Wo befinden Sie sich gerade?» Diese schien bereits sichtlich angeheitert zu sein und antwortete: «Was, jetzt? Ich bin auf dem Weg.» Die Telefonistin erwidert erschrocken: «Wie, Sie sitzen am Steuer Ihres Fahrzeugs?» Nichts dergleichen ... der gute Herr war lediglich im Taxi, das ihn zu seinem Fahrzeug brachte.

Ein Fahrer-Team konnte gar die holde Damenwelt glücklich machen und die Wartezeit in einem Restaurant mit einem Tänzchen überbrücken.

Aufgrund schlechter Witterungsverhältnisse musste eine Strasse während über zwei Stunden gesperrt werden. Ein Nez-Rouge-Team wurde deshalb von der Polizei angehalten. Unsere Freiwilligen mussten kehrtmachen und zur Zentrale zurückfahren, mit dabei die Kundin, die heimbegleitet werden sollte und stattdessen den Abend bei bester Laune in der Nez-Rouge-Zentrale verbrachte.

Eines unserer Teams traf bei einem Kunden ein. Wir fragten ihn um die gewünschte Adresse. Der Kunde programmierte sein Navigationsgerät und legte sich hin, um zu schlafen. Am Zielort angekommen, weckten wir ihn. Er war entsetzt, denn wir befanden uns vor dem Haus seiner Ex-Freundin. Flugs programmierte er das Navigationsgerät neu, und diesmal konnten wir ihn wirklich nach Hause fahren.

Eine unserer Telefonistinnen nahm einen Anruf der Polizei entgegen. Ein Kunde würde gerne den Heimfahrtdienst von Nez Rouge in Anspruch nehmen, da ihm soeben der Führerschein entzogen wurde.

Das war die Nez- Rouge-Saison 2016

Bis und mit Freitagnacht, 30. 12., kann die Statistik der Nez-Rouge-Fahrten für 2016 bekannt gegeben werden. Die Zahlen des Silvesterabends, des letzten Fahr-Abends, werden erst nach Neujahr bekannt.

Gemäss Präsident Manuel Stolz waren es seit dem 5. Dezember sehr arbeitsintensive 12 Einsatzabende 2016. Im Kanton Solothurn wurden 2016 insgesamt 572 Fahrten durchgeführt. Spitzenreiter war der Abend des 23. Dezembers mit 83 Fahrten. Total wurden 1130 Personen begleitet, und dafür standen insgesamt 268 Helferinnen und Helfer im Einsatz. An Kilometern wurden insgesamt 24 078 zurückgelegt. Auch hier war der 23. Dezember der Spitzenreiter mit fast 3000 gefahrenen Kilometern.

Seit 1990, dem Jahr als Nez Rouge in der Schweiz tätig wurde, wurden schweizweit über 180 000 Fahrten in allen Sektionen zurückgelegt. Fast 400 000 Personen wurden begleitet und rund 136 000 Fahrer standen dafür im Einsatz; viele davon jedes Jahr immer wieder.

Gemäss der Statistik wurden dabei über 7 Mio. Kilometer zurückgelegt. Spitzenreiter unter den Kantonen ist der Aargau mit über 63 000 zurückgelegten Kilometern, gefolgt von der Region Lausanne mit rund 35 000 km. Auf dem dritten Platz ist das Wallis zu finden. Der Kanton Solothurn nimmt in dieser Rangliste den 7. Platz ein. (frb)