Am Dienstagmorgen wurde der Täter während vier Stunden intensiv befragt. Er schäme sich für das, was er getan habe. Konzentriert und im Detail schilderte der Mann aus dem Bezirk Thal, wie er am 17. Juni 2012 die Tatwaffe bei seinen Eltern geholt hat. Am 18. Juni fuhr er damit nach Zuchwil und schoss mehrfach auf seine Ex-Freundin. Sie wurde schwer verletzt. Dass er danach in Olten eine weitere Ex-Freundin erschiessen wollte, bestritt der Angeklagte.

Auch über den Tatablauf in Zuchwil standen seine Aussagen im Widerspruch zu gemachten Aussagen von Zeugen. Er habe Suizidgedanken gehabt und sich selber umbringen wollen. Sein Abschiedsbrief indes spricht eine andere Sprache. Dort spricht er die beiden Opfer an und schreibt, dass sie Konsequenzen zu erwarten hätten.

Schliesslich stritt er früher gemachte Aussagen ab, wonach er 2009 in Oberbipp ein weiteres Opfer habe töten wollen. Er habe dies damals nur gesagt, um von Psychotherapeuten angehört zu werden.

«Schachen ist kein Ferienlager»

Im Therapiezentrum Schachen, wo der Täter derzeit im vorzeitigen Massnahmevollzug sitzt, wolle er nicht länger bleiben, gab der Angeklagte vor dem Amtsgerichtspräsident zu Protokoll. «Durch die ständige Bewachung stehe ich unter extremem psychischem Druck.» Er habe kaum Freizeit und könne sein soziales Netz nicht pflegen, monierte er am Dienstag. Er wolle in die Strafanstalt Bostadel ZG versetzt werden. Amtsgerichtspräsident Stefan Altermatt reagierte sichtlich irritiert: «Ihnen ist aber klar, dass Sie nicht in einem Ferienklub sein können, nachdem was passiert ist?»

Dass die Therapie im Schachen nicht unproblematisch verläuft, zeigt der Therapiebericht: Zu Beginn habe der Angeklagte gut mitgemacht, mit der Zeit lasse er sich aber immer weniger auf den Prozess ein. T. sei frech, ausfällig und überheblich – andererseits aber auch kreativ und, etwa im Englischkurs, motiviert.

Er habe eine narzisstische Persönlichkeitsstörung und sei wenig empathiefähig. Es bestehe ein deutliches Rückfallrisiko für weitere Gewalthandlungen bei Beziehungsproblemen. Laut der psychiatrischen Gutachterin Carole Khaerfouch reagiert T. sehr stark auf Rückweisung und kann die Emotionen nicht gut kontrollieren.

Zum Abschluss des Prozesses werden am Mittwoch die Parteivorträge und das Plädoyer gehalten. Das Urteil wird am 8. September eröffnet. (crs)