Schon seit Wochen wird gespannt darauf gewartet, wie das Museum Altes Zeughaus in Solothurn nach Beendigung der Renovierung zu Beginn des Jahres 2016 aussehen wird. Wer vorher schon einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen möchte, kann von den 22. Europäischen Tagen des Denkmals profitieren. Denn auf diesen Anlass hin öffnet das Museum Altes Zeughaus, das seit 1907 als Museum dient, zum ersten Mal seit Renovationsbeginn im Herbst 2014 seine Tore für die Öffentlichkeit.

Am Samstag, 12. September, um 11 Uhr und 14 Uhr werden Führungen rund um den Umbau und die Innensanierung angeboten. Dabei wird besonders thematisiert, wie die Anliegen der Denkmalpflege und die Bedürfnisse des modernen Museumsbetriebs harmonisiert werden können.

Neben dem Museum Altes Zeughaus finden in Solothurn noch in drei weiteren verschiedenen Institutionen Führungen statt. So können in der Zentralbibliothek Solothurn unter anderem Bücher und Handschriften der Familie vom Staal begutachtet werden, welche den regen Austausch innerhalb der Schweiz und mit Frankreich fokussieren. Die beiden Führungen finden am Samstag um 9.30 Uhr und 16 Uhr statt.

Auch Kunstliebhaber kommen an den europäischen Tagen des Denkmals nicht zu kurz. Das Kunstmuseum in Solothurn untersucht auf der Führung am Samstag um 14 Uhr Originalgrafiken des französischen Künstlers Laurent Louis Midart und nimmt danach die abgebildete Landschaft genauer unter die Lupe. Auf dem Spaziergang zur Verenaschlucht werden die Einsiedelei aus dem 13. Jahrhundert und die von Johann von Roll gestiftete Heiliggrabkapelle im Zentrum stehen.

Eine weitere Veranstaltung in Solothurn untersucht den Austausch Solothurns mit dem Süden. Die St.-Ursen-Kathedrale lebt von ihrem prächtigen Marmor und den Kunsthandwerken, die aus Bern, dem Tessin, Oberitalien, Savoyen und Frankreich stammen. Führungen rund um die kostbaren Materialien finden am Sonntag um 14 Uhr und 15 Uhr statt.

In Biberist kann am Samstag um jeweils 11 Uhr und 14 Uhr das Schlösschen Vorder-Schöngrün bestaunt werden. Von der Familie von Sury 1670/71 errichtet, verfügt das nach französischem Vorbild erbaute Schlösschen nicht nur über zwei Türmchen, sondern auch einen ummauerten Garten und eine Deckenmalerei mit einem Thema aus der griechischen Mythologie.

Wer lieber einen Einblick in historische Produktionsprozesse erhalten möchte, kann in Breitenbach die von I903 bis 1911 gegründeten Firmen Isola, Brac und Bandfabrik besuchen. Nebst den eigenen Produkten werden den Besuchern auch die historischen Produktionsmaschinen erklärt und vorgeführt, welche dem Know-how der Hugenotten entstammten. Die Führungen finden am Samstag jeweils um 10.30 Uhr und 13.30 Uhr statt.

Auch in Schönenwerd stehen die Tage des Denkmals im Zeichen der Industrie. Am Samstag und am Sonntag können jeweils um 11 Uhr und 14 Uhr die Auswirkungen amerikanischer Technologien auf die regionale Produktion begutachtet werden. Die Schuhproduktion, welche Bally bereits 1851 startete, konnte die verschiedenen Technologien nicht immer reibungslos übernehmen, doch zeigen diese noch bis heute ihre Wirkungen.

In Subingen findet am Samstag um 10 Uhr die Besichtigung des 1970/71 errichteten Landi-Turms statt. Der Turm, der der Zwischenlagerung beim Austausch und bei der Verteilung von Rohstoffen dient, gilt als Zeuge der Nahrungsmittelproduktion seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der «Landiturm» in Subingen ist auch ein «Denkmal».

Der «Landiturm» in Subingen ist auch ein «Denkmal».