Kanton Solothurn

Zwei Solothurner Informatik-Firmen gehen in die Offensive

Gemeinsam haben die Intersys AG aus Zuchwil und die Solothurner Inversum GmbH die Initiative zur Förderung der Informations- und Kommunikationsbranche ergriffen. (Symbolbild)

Gemeinsam haben die Intersys AG aus Zuchwil und die Solothurner Inversum GmbH die Initiative zur Förderung der Informations- und Kommunikationsbranche ergriffen. (Symbolbild)

Zwei Solothurner Informatik-Firmen setzen sich aktiv für die Förderung der ICT-Branche im Wirtschaftsraum Solothurn ein. Sie haben unter dem Dach des Berner «Mutterverbandes» einen Verein gegründet.

ICT steht für Information and Communication Technology oder auf gut deutsch für Informations- und Kommunikationstechnik. «Die Branche ist eine der wichtigsten in der Schweiz», erklärte am Anlass in Solothurn Jirí Petr, Chef der Intersys AG in Zuchwil, welche zusammen mit der Solothurner Inversum GmbH die Initiative zur Förderung der Informations- und Kommunikationsbranche ergriffen hat. Nach einer Studie des Branchenverbandes ICT-Switzerland ist sie, gemessen an der Brutto-Wertschöpfung, gar die fünftgrösste Wirtschaftsbranche in der Schweiz. Nicht zuletzt deshalb wollen die beiden Firmen mithelfen, im Raum Solothurn einen Branchenschwerpunkt – einen sogenannten Cluster – zu installieren.

Für attraktive Rahmenbedingungen

Der neu gegründete Verein unter dem Namen «tcbe Chapter Solothurn» wolle sich unter anderem als Netzwerk-Plattform für den Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer unter ICT-Firmen einsetzen, sagte Petr. Weiter will sich die Vereinigung für die Aus- und Weiterbildung im IT-Bereich und für die Schaffung von attraktiven Rahmenbedingungen für bestehende und künftige ICT-Firmen in der Region Solothurn engagieren.

Die Umsetzung des Projektes erfolgt im Rahmen des bereits 1996 gegründeten ICT Cluster Bern, der unter dem Namen tcbe.ch auftritt. «tcbe Chapter Solothurn» sei eine Erweiterung des Berner Clusters. So müsse man nicht alles neu entwickeln, sondern könne auf die Erfahrungen der Berner zählen. «So können wir Synergien nutzen und ein noch breiteres Publikum ansprechen.» Heute seien nur ganz wenige Solothurner Firmen in den Berner Cluster integriert.

Offene Berner Arme

Auf offene Arme stossen die Solothurner bei Christoph Zimmerli, Präsident von tcbe.ch. «Nach 18 Jahren ist es an der Zeit, aus der Region Bern auszubrechen.» Denn die Wirtschaftsräume verliefen nicht entlang der Kantonsgrenzen.

«Die künftige Zusammenarbeit ermöglicht es Berner und Solothurner ICT-Firmen, sich besser zu vernetzen.» Es handle sich nicht um «eine Übernahme, sondern wir werden Partner auf Augenhöhe sein». Im Berner Cluster sind rund 200 Firmen, Ausbildungsinstitutionen, Verbände und Behörden zusammengeschlossen. Der Verein koordiniere seine Aktivitäten mit der Clusterpolitik der Berner Wirtschaftsförderung für die nachhaltige und solide Entwicklung dieses Branchenschwerpunktes.

Wirtschaftsförderung mit an Bord

Auch Karin Heimann, Wirtschaftsförderin des Kantons Solothurn, begrüsst «die unternehmerische Initiative». Clusters generell würden den Standort Solothurn stärken. Solche Branchenschwerpunkte seien für die Ansiedlung neuer Firmen wichtig. «Auch bestehende Firmen profitieren von solchen Clusters.» Man habe bereits Erfahrungen mit Branchenschwerpunkten gesammelt, die von der Wirtschaftsförderung unterstützt werden.

Heimann erwähnte den Präzisions-Cluster oder den Medical Cluster. Zwar sei Solothurn noch nicht Zürich, aber die ICT-Branche habe durchaus Potenzial in unserer Region. «Denn die Informations- und Kommunikationstechnik kommt überall zum Einsatz, so auch im stark vertretenen Industriesektor.»

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