Versteigerung
Zwei Parteien, ein Revier: Jagdrevierverpachtung mit einer strittigen Steigerung

Die Jagdreviere werden für eine Zeitperiode von jeweils acht Jahren verpachtet. Letzten Samstag fand eine öffentliche Versteigerung für die nächste Zeitperiode statt. Es kam zum Störfeuer, weil zwei Parteien für ein Jagdrevier mitboten.

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Die nächste Pachtperiode ist 2021 bis 2028 und wird gemäss Regierungsratsbeschluss im Jahr 2020 öffentlich versteigert. (Symbolbild)

Die nächste Pachtperiode ist 2021 bis 2028 und wird gemäss Regierungsratsbeschluss im Jahr 2020 öffentlich versteigert. (Symbolbild)

SEVERIN BIGLER

Im Solothurnischen steht das Jagdrecht dem Kanton zu. Er verleiht das Recht zur Ausübung der Jagd durch Verpachtung der 66 Reviere an Jagdvereine und gewährleistet eine angemessene jagdliche Nutzung. Die Jagdreviere werden für eine Zeitperiode von jeweils acht Jahren verpachtet. Die nächste Pachtperiode ist 2021 bis 2028 und wird gemäss Regierungsratsbeschluss im Jahr 2020 öffentlich versteigert, was letzten Samstag geschah.

Das Departement setzt die Mindestpachtzinse für die einzelnen Jagdreviere auf Antrag einer vom Regierungsrat bestimmten Revierschätzungskommission fest. Diese besteht aus acht Mitgliedern, wobei der Kanton von Amtes wegen durch den Jagdverwalter vertreten ist. Die Bewertung für die anstehende Jagdreviersteigerung basiert auf dem gleichen Modell wie für die Jagdreviersteigerung zur letzten Pachtperiode (2013-2020), allerdings mit Aktualisierungen und Erweiterungen. Die aus dem Modell resultierenden Werte wie Sockelbeitrag, Wildproduktivität und Jagdwertminderung haben dann den Jahrespachtbetrag für die einzelnen Reviere definiert.

Pachtzinseinnahmen für den Kanton

Für die noch laufende Pachtperiode sind die jährlichen Pachtzinseinnahmen auf 560'500 Franken festgelegt. Aufgrund des steigenden Aufwandes für eine nachhaltige, dem Lebensraum angepasste Jagd und den anhaltenden Einbussen beim Wildbretertrag war eine Reduktion der Pachtzinseinnahmen angebracht. Bei der Reduktion des Pachtzinses um fünf Prozent (28'500 Franken) auf den Gesamtpachtertrag von 532'000 Franken senkt sich der Pachtzins pro Hektare Waldfläche auf 17.66 Franken. Der Mittelwert der vergleichbaren Revierkantone beträgt 18.05 Franken.

Ein Störfeuer bei insgesamt 66 Steigerungen

An der Steigerung nahmen nebst den Präsidenten und Jagdleitern der 66 Jagdvereine auch Rolf Manser (Chef Amt für Wald, Jagd und Fischerei), Marcel Tschan (Chef Jagd und Fischerei), Mark Struch (Fachstelle Jagd), Damaris Fiumi (Leiterin Administration) sowie Silvia Nietlispach (designierte Chefin kantonale Abteilung Jagd und Fischerei) teil. Die Steigerung verlief in einem ruhigen Rahmen, wobei 65 Jagdgesellschaften ihr schon vorher gepachtetes Revier zum Mindestpachtwert ersteigern konnten. Einzig bei einem Jagdverein aus dem Bezirk Dornach Thierstein kam es zu einem Störfeuer, weil zwei Parteien um das gleiche Jagdrevier mitboten. Das ist grundsätzlich ein legitimer Vorgang, der allerdings in den vergangenen drei Reviersteigerungen nicht mehr vorkam.

Fällt keine Entscheidung, wird das Los gezogen

Beide Parteien (mit Mitgliedern aus dem bisherigen Jagdverein) boten dann bis auf die maximal mögliche Höhe von 150 Prozent des Mindestpachtzinses. Steigern mehrere Jagdvereine bis zum Höchstpreis auf ein Jagdrevier, erhält derjenige Jagdverein den Zuschlag, welcher mehr Mitglieder des bisherigen Jagdvereins hat oder bei gleicher Anzahl Mitglieder des bisherigen Jagdvereins mehr Mitglieder mit Wohnsitz im betreffenden Jagdrevier hat. Fällt immer noch keine Entscheidung, wird das Los gezogen.

Der Zuschlag ging an den bisherigen Jagdverein. Die Mitbieter konnten zwar die Grundkriterien Mindestanzahl Pächter und Mindestanzahl Solothurner für ein Angebot erfüllen, hatten aber beim ersten Kriterium für den Zuschlag, mehr Bisherige, schlicht keine Chance. Gegen den Zuschlag kann übrigens innert zehn Tagen nach den Vorschriften des Verwaltungsrechtspflegegesetzes, Beschwerde an das Verwaltungsgericht geführt werden. (mgt/rbo)

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