Wahlen am 7.März
Zwei leere CVP-Sitze wecken Begierden: Diese 7 Solothurner kandidieren für den Regierungsrat

3 Kandidatinnen und 4 Kandidaten für den Regierungsrat: FDP und SVP wollen der Mittepartei ans Eingemachte – SP und Grüne ihre Sitze halten.

Urs Mathys
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Bisher: Remo Ankli (FDP)
7 Bilder
Bisher: Susanne Schaffner (SP)
Bisher: Brigit Wyss (Grüne)
Herausforderer: Peter Hodel (FDP)
Herausforderin: Sandra Kolly (CVP)
Herausforderer: Thomas A. Müller (CVP)
Herausforderer: Richard Aschberger (SVP)

Bisher: Remo Ankli (FDP)

Bruno Kissling

Nein, diese Ausgangslage wünscht sich keine Präsidentin einer Partei, die auch national einem heftigen Gegenwind ausgesetzt ist: Dass nämlich gleich ihre beiden bisherigen Regierungsräte auf eine Wiederwahl verzichten und eine Doppelvakanz hinterlassen. Sandra Kolly und ihre CVP sehen sich genau mit dieser Herausforderung konfrontiert: Nicht nur Finanzdirektor Roland Heim (Solothurn), von dem man den Verzicht wegen Erreichens des Rentenalters erwartet hatte, gab letzten Sommer seinen Verzicht bekannt, sondern auch der erst 60-jährige Bau- und Justizdirektor Roland Fürst (Gunzgen). Letzterer macht gesundheitliche Gründe für seine Amtsmüdigkeit bereits nach acht Jahren geltend.

Dass Parteipräsidentin und Kantonsrätin Sandra Kolly (Neuendorf) in dieser Situation persönlich als Kandidatin in den Ring steigen muss, versteht sich von selbst. Mit der gut vernetzten und konsensfähigen 50-Jährigen wurde in der parteiinternen Ausmarchung der Lostorfer Gemeindepräsident Thomas A. Müller knapp zum zweiten CVP-Kandidaten bestimmt. Der 56-jährige promovierte Jurist rühmt sich selbst seiner guten Beziehungen zu Parteien rechts der Mitte.

Anstehen mit Abstand vor der Rathaustüre: Drei Bisherige und vier Neue treten für FDP, SP, CVP, Grüne und SVP zu den Gesamterneuerungswahlen des Regierungsrats vom 7. März an.

Anstehen mit Abstand vor der Rathaustüre: Drei Bisherige und vier Neue treten für FDP, SP, CVP, Grüne und SVP zu den Gesamterneuerungswahlen des Regierungsrats vom 7. März an.

Silvan Wegmann

Frauenmehrheit im Bereich des Möglichen

Dass die CVP, die bei den letzten kantonalen Wahlen 2017 einen Wähleranteil von 18,9 Prozent erreicht hatte, ihre vergleichsweise überproportionale Doppelvertretung wird halten können, erscheint den meisten Politbeobachtern mehr als nur fraglich. Parteipräsidentin Kolly verweist in diesem Zusammenhang entschlossen darauf, dass ihre Partei 2013 mit Heim und Fürst schon das gleiche «Wunder» vollbracht habe.

Allerdings: Vor acht Jahren waren die Zeiten auch noch etwas andere. Übrigens: Würde Kolly gewählt, dann käme der Kanton erstmals zu einer Frauenmehrheit in der Regierung – vorausgesetzt, die beiden Bisherigen werden bestätigt.

FDP und SVP schicken Kampfkandidaten ins Rennen

An interessierter und entschlossener Konkurrenz fehlt es tatsächlich nicht: Da ist einmal die FDP (Wähleranteil 2017: 24,6 Prozent), die vor vier Jahren einen ihrer zwei Sitze an die Grünen verloren hat. Sie schickt – neben Bildungsdirektor Remo Ankli – mit dem 54-jährigen Schönenwerder Landwirt, Gemeindepräsidenten und Kantonsrat Peter Hodel einen kantonsweit nicht unbekannten Kampfkandidaten ins Rennen.

Dann ist da aber auch die SVP (Wähleranteil 19,7 Prozent), die nach allen bisher gescheiterten Versuchen endlich zu einem Sitz in der Kantonsregierung kommen will. Ihr Kandidat ist der 37-jährige Grenchner Unternehmer und Kantonsrat Richard Aschberger, der zum eher konstruktiveren Flügel der Partei gezählt werden kann.

Drei hoffen auf den Bisherigen-Bonus

Drei Regierungsmitglieder können mit dem Bisherigen-Bonus antreten: Bildungsdirektor Remo Ankli (FDP, Beinwil); Innendirektorin Susanne Schaffner (SP, Olten) und Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss (Grüne, Solothurn). Dass alle drei Bisherigen schon im ersten Wahlgang vom 7. März die Bestätigung schaffen und nicht in den zweiten Wahlgang vom 25. April steigen müssen, ist aber nicht in Stein gemeisselt.

So dürfte Susanne Schaffner (59) aus Gewerbler- und Gastronomenkreisen die eine oder andere «Quittung» für unpopuläre Entscheide bei der Bewältigung der Coronakrise erhalten. Dies ungeachtet dessen, dass die teilweise über Bundesvorgaben hinausgehenden Massnahmen letztlich vom Gesamtregierungsrat zu verantworten sind. Immerhin kann Schaffner sich rühmen, das neue Polizeigesetz glanzvoll durch die Klippen der Referendumsabstimmung gebracht zu haben.

Brigit Wyss (61) hat sich mit ihrer unverkrampften Haltung gegenüber Wirtschaftsanliegen in bürgerlichen Kreisen durchaus Respekt verschafft. Anders herum wurde sie aus SP-Kreisen wiederholt dafür kritisiert, dass sie «zu wenig links» politisiere.

Ganz gelassen dürfte schliesslich Remo Ankli (48) in die Wahlen steigen. In seinem Departement bot sich in den letzten vier Jahren kaum Gelegenheit, augenfällige Fehler zu machen.

Übrigens: Weil die Grünliberalen heuer auf eine Regierungsratskandidatur verzichten, gehen in diesem Jahr nur fünf statt sechs Parteien ins Rennen. Und wie schon 2017 gibt es – anders als bei früheren Wahlgängen – auch in diesem Jahr keine Jux-Kandidatur einer «Einzelmaske» zu verzeichnen.