Der Kanton hatte in den vergangenen Tagen die Richterstellen in Inseraten ausgeschrieben. Kamber gehört dem Gericht seit 2006 an.

Gewählt wurde der Luterbacher für die FDP. Er erreicht 2019 das Pensionsalter. Die Stadtsolothurnerin Marianne Jeger (CVP) wurde 1996 als erste Frau überhaupt an das Solothurner Obergericht gewählt. Die 62-Jährige wird 2019 nach 23 Jahren im Amt etwas vorzeitig ausscheiden.

SVP hofft schon lange

Richter sind zwar unpolitisch. Richterwahlen sind im Kanton Solothurn allerdings eine sehr politische Angelegenheit. Denn der Kantonsrat wählt die Oberrichter. Wer ohne Parteibuch antritt, hat grundsätzlich wenig Chancen. Bereits jetzt ist absehbar, dass es bei der Nachfolge Jeger/Kamber zu Kampfwahlen kommen könnte.

Die SVP sieht sich seit langem an den Gerichten untervertreten. Bisher gelang es ihr, weder einen Amtsgerichtspräsidenten noch einen Oberrichter zu stellen. CVP und FDP werden möglicherweise versuchen, ihre Sitze zu verteidigen. Als Kandidaten genannt werden die Amtsgerichtspräsidenten von Solothurn-Lebern, Yves Derendinger (FDP) und Rolf von Felten (CVP), sowie Stefan Altermatt (FDP), Amtsgerichtspräsident von Bucheggberg-Wasseramt.

Am zehnköpfigen Obergericht sitzen heute sechs FDP-, drei SP- und eine CVP-Vertreterin. In den kommenden Jahren wird es am Gericht diverse Veränderungen geben. Mehrere andere langjährige Richter nähern sich ebenfalls dem Pensionsalter. (lfh)