Das Publikum liess sich von der im Vorfeld gemeldeten schlechten Witterung nicht im mindesten beeindrucken. Wer selbst die Sonnwendfeier in Oensingen besuchte, wurde am Samstagabend Teil einer grossen Masse an Leuten, die sich den Anlass keinesfalls entgehen lassen wollten. Der Präsident des Organisationskomitees, Urs Rölli, spricht von einer sehr hohen Zuschauerzahl. «Es nahmen mindestens gleich viele Besucher wie beim letzten Mal teil», zieht er Bilanz.

«Tele M1»-Bericht aus Oensingen: Zwei lokale Feuerwerk-Clubs sorgen für das grösste Feuerwerk der Schweiz.

«Tele M1»-Bericht aus Oensingen: Zwei lokale Feuerwerk-Clubs sorgen für das grösste Feuerwerk der Schweiz.

Besonders viele Familien wären dieses Jahr dabei gewesen. 2012 sahen sich rund 40 000 Menschen die Feuerwerke vom Ravellenclub und vom Vogelherdclub an, die sich auch in diesem Jahr ein sensationelles Duell boten und den jeweils anderen zu übertrumpfen versuchten. Doch Gewinner sind bekanntlich beide, eine offizielle Jury gibt es nicht. So faszinierten auch Rölli beide Feuerwerke. «Es waren grandiose Bilder auf beiden Seiten.»

Beim Ravellenclub (Lieferant: Firma Bugano aus Neudorf) konnte die Optik bezaubern; seine Bilder besassen räumliche Tiefe und nicht wenige Sujets blieben für längere Zeit sichtbar, wie die fallschirmähnlichen, bunten Gebilde im Finale, die langsam nach unten zu schweben schienen.
Der Vogelherdclub auf der anderen Seite, der mit dem Lieferanten Hamberger das Feuerwerk erarbeitete, punktete mit schnell wechselnden Motiven und lautem Knallen und Getöse.

Manche hatten Favoriten

Mischt man sich unter die Zuschauer, die nach dem Spektakel trotz des starken Windes und der zunehmenden Kälte noch etwas verweilen, teilweise mit Getränk und Bratwurst ausgestattet, bekommt man trotzdem den einen oder anderen Favoriten genannt. Eine Walliserin, die im Berner Oberland wohnt, und mit Freunden zum Anlass gepilgert ist, findet: «Mir gefiel der Vogelherdclub besser, weil er lauter und pompöser war.»

Feuerwerk zur Sonnwendfeier in Oensingen.

Das grosse Feuerwerk zur Sonnwendfeier in Oensingen.

Der Ravellenclub hat es einer Clique angetan, die sich etwas weiter im Osten auf der Wiese mit Klappstühlen und eigener Verpflegung niedergelassen hat. «Wir haben abgestimmt», ergreift ein Mann das Wort. «Das Resultat fiel einstimmig auf den RCO, weil er spannendere Sujets zu bieten hatte.»

Auch Feuerwerkskenner finden sich unter den Zuschauern. So ein junger Mann aus Mannheim, der gesamthaft sechs Stunden Reisezeit auf sich genommen und gefilmt hat. «Der Film wird im Feuerwerksforum hochgeladen», verrät er. Er selbst besucht mehrere Feuerwerke im Jahr. Es verwundert nicht, dass er neben den gewaltigen Höhepunkten in der Choreografie selbst kleine Fehler genau benennen kann, die dem grössten Teil des Publikums nicht aufgefallen sein werden, das nach den einzelnen Nummern lautstark applaudierte und die Begeisterung auch mit Pfiffen kundtat.

Positive Bilanz auf allen Ebenen

OK-Präsident Rölli zieht auf Nachfrage eine positive Bilanz. «Es ist alles reibungslos verlaufen, es gab nicht einmal Staus auf der Autobahn», erklärt er zufrieden. Und als hätte Petrus seine Hände im Spiel gehabt, hörte der Regen kurz vor Beginn der Feuerwerke auf. Dabei hatte der Niederschlag auch seinen Vorteil: «Die letzten zwei Wochen waren trocken, der Regen brachte Nässe, sodass die Brandgefahr sehr gering wurde», erklärt Rölli.

Obschon die nächste Sonnwendfeier erst in drei Jahren stattfindet, ist das OK-Team bereits dabei, die nächste zu planen, und da lässt sich Rölli eine Vorschau nicht nehmen: «In drei Jahren feiert Oensingen sein 1050-jähriges Bestehen. Wenn alles klappt, werden wir da etwas zusammen machen», verrät er.