Generalversammlung

«Zuversicht trotz allem»: Der Industrieverband Solothurn will nicht nur die Krise sehen

Am Donnerstag fand die Generalversammlung des Industrieverbands Solothurn statt.

Am Donnerstag fand die Generalversammlung des Industrieverbands Solothurn statt.

An der Generalversammlung des Industrieverbands Solothurn lautete das Motto «Zuversicht». Obwohl tiefere Umsätze verzeichnet würden, werde keine Stellenreduktion in Betracht gezogen, meint der abtretende Präsident.

«Der Schweizer Industrie ist, abgesehen vom besonders betroffenen Kanton Tessin, bisher ein kompletter Lockdown erspart geblieben», sagte der abtretende Präsident des Indus­trieverbands Solothurn und Umgebung, Josef Maushart, an der Generalversammlung. «Dennoch geht die Coronasituation auch an uns nicht spurlos vorbei», stellte er fest.

Immerhin: Obwohl die Umsätze derzeit bei vielen Unternehmen tiefer lägen als im Vorjahr, seien bei den Inveso-Firmen Stellenreduktionen «kein Thema». Sie arbeiteten in vielen Fällen vorübergehend mit dem Instrument der Kurzarbeit und setzten alles daran, ihren Personalstand zu behalten. «Dies ist ein klares Zeichen dafür, dass die Solothurner Industrie zuversichtlich ist», sagte Maushart. Oder mit anderen Worten: «Viele haben nicht nur die Krise gemeistert, sondern auch Chancen erkannt, wie sie ihren Betrieb künftig noch effizienter und in vielen Fällen auch mitarbeiter- und umweltfreundlicher organisieren können.» Auch wenn Maushart selbstredend nicht ausschliessen konnte, dass sich die Grosswetterlage in Bezug auf die Beschäftigung im Herbst noch eintrüben wird.

Der Vizepräsident steht neu am Ruder

Es war das letzte Mal, dass Maushart (Fraisa SA) die «State-of-the-Union-Rede» vor den Mitgliederfirmen hielt. Nach neun Jahren übergibt er das Präsidium in die Hände des langjährigen Vizepräsidenten Alex Naef (Carrosserie Hess AG). Dieser lobte seinen Vorgänger so: «In der Amtszeit von Josef Maushart kam die Bedeutung des Industrie-Standorts Solothurn und der erforderlichen Rahmenbedingungen deutlich ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.» Naef würdigte zudem die Initiativen des scheidenden Präsidenten zur Reduktion des Fachkräftemangels. So brachte dieser zum Beispiel den weitherum bekannten Berufswahlevent IBLive nach Solothurn.

Alex Naef übernimmt das Zepter beim Inveso von Josef Maushart.

Alex Naef übernimmt das Zepter beim Inveso von Josef Maushart.

Auch wenn Maushart als Präsident scheidet, wird er sich weiterhin als Vorstandsmitglied engagieren. Derweil treten ­Ulrich Blatter (Mitel Schweiz AG) und Andreas Pauli (Georg Fischer Wavin AG) aus dem Vorstand aus. Aufgerüstet wird dieser nach einer entsprechenden Änderung der Statuen durch Rico Domenig (Biogen International GmbH), Ute Lepple (Scintilla AG/Bosch), Thomas Schädler (DePuySynthes) und Rolf Siegrist (Itema Switzerland Ltd.). Letzterer übernimmt auch das Präsidium der Human-­Resources-Gruppe von Kurt Jäggi (Glutz AG).

Weshalb Corona nicht nur Krise zu sein braucht

Kantonsratspräsident Daniel Urech schliesslich war es vorbehalten, von der Generalversammlung, die pandemiebedingt nicht auf Schloss Waldegg, sondern im Konzertsaal Solothurn stattfand, zur anschliessenden Gesprächsrunde überzuleiten. Unter der Leitung von SRF-Moderator und -Redaktor Reto Lipp diskutierten Rico Domenig, Michael Merkle (CEO, VRP und Co-Inhaber Agathon AG), Thomas Vogt (Präsident Vereinigung Solothurner Banken) und Frau Landammann Brigit Wyss, Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartements, über die politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, welche die Pandemie bietet, aber auch über die möglichen Chancen der Coronakrise.

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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