Kapo-Stapo

Zusammenarbeit zwischen Polizeien muss noch optimiert werden

Kapo und Stadtpolizeien arbeiten seit einiger Zeit stärker zusammen.

Kapo und Stadtpolizeien arbeiten seit einiger Zeit stärker zusammen.

Eine Untersuchung der Zusammenarbeit der Kantonspolizei mit den Stadtpolizei-Korps Solothurn, Olten und Grenchen ist abgeschlossen. Der Bericht zeigt: Noch gibt es Handlungsbedarf für die optimale Umsetzung des neuen Modells.

2009 wurde entschieden: Eine Einheitspolizei soll es im Kanton Solothurn nicht geben, es bleibt bei vier Polizeikorps. Stattdessen sollte eine «kantonale Sicherheitsstuktur» ausgearbeitet werden. Diesbezüglich wurde eine Vereinbarung abgeschlossen (siehe Kasten).

2012 wurde das neue Arbeitsmodell einer Evaluation unterzogen. Die Fachhochschule führte Interviews mit ausgesuchten Polizeiangehörigen durch und verschickte Online-Fragebögen an alle betroffenen Mitarbeiter.

Die Antworten sind ausgewertet, der Schlussbericht der «Evaluation der Zusammenarbeit zwischen der Polizei Kanton Solothurn und den Stadtpolizeien Grenchen, Solothurn und Olten» liegt vor. Am Mittwochmorgen ist er der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Handlungsbedarf

Der Evaluationsbericht zeigt, dass das neue Modell von den Mitarbeitenden der vier Korps «kritisch-positiv» beurteilt wird. «Wir haben eine gut funktionierende Polizeiorganisation», sagte die Oltner Stadträtin Iris Schelbert-Widmer im Namen der drei Städte.

So wird die gemeinsame Aus- und Weiterbildung der Korps durchwegs positiv beurteilt. Die Stadtpolizeien werden nicht mehr als Polizeiangehörige zweiter Klasse wahrgenommen. Bewährt haben sich die gemeinsamen Patrouillen von Kantons- und Stadtpolizei. Diese sind in allen Städten üblich.

Ursachen wohl nicht im Modell

Das neue Modell hat laut Bericht die gesteckten Ziele nicht überall gleichermassen erreicht. Auffällig ist insbesondere die unterschiedliche Einschätzung wesentlicher Bereiche durch die Polizeimitarbeitenden der vier Korps. Bei der Kapo kommt das neue Modell viel schlechter an als bei den Stadtpolizeien. Die Stapo Grenchen beurteilte das neue Modell in der Umfrage und in den Interviews am Positivsten.

«Das gute Funktionieren in einer Stadt lässt darauf schliessen, dass die Ursachen nicht unbedingt im Modell liegen, sondern vordringlich auf einer mangelhaften Umsetzungsstrategie beruhen dürften», heisst es in einer Mitteilung.

Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri, Regierungsrat Peter Gomm, Oltner Stadträtin Iris Schelbert, Grenchner Stadtpräsident Boris Banga und Kapo-Kommandant Thomas Zuber an der Medienkonferenz.

Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri, Regierungsrat Peter Gomm, Oltner Stadträtin Iris Schelbert, Grenchner Stadtpräsident Boris Banga und Kapo-Kommandant Thomas Zuber an der Medienkonferenz.

Die Evaluation zeigt auch, dass sowohl Kapo als auch Stapos der Ansicht sind, dass sich die Umgangskultur durch die Vereinbarung verbessert habe. «Alle Korps sehen noch Handlungsbedarf für eine optimale Umsetzung des Modells», heisst es im Bericht. Den grössten Bedarf würden alle Korps in den Zuständigkeiten sehen, weiteres Optimierungspotenzial betreffe vor allem die Schnittstellen, Doppelspurigkeiten und den Informationszugriff.

Der Bericht zeigt auch Möglichkeiten zur Verbesserung auf. So soll in allen Städten künftig ein gemeinsamer Schalter für die Stadt- und Kantonspolizei geschaffen werden. Zudem soll der Informationsaustausch zwischen den Korps gestärkt werden. (ldu/sda)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1