Lochkamera
Zurück zu den Wurzeln der Fotografie

Fotograf Hanspeter Bärtschi zeigt Herbstimpressionen mit der Lochkamera. Diese Kamera aus Holz hat kein Display oder einen Sucher. Der Bildausschnitt muss erahnt werden.

Hanspeter Bärtschi
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Fotos mit der Lochbildkamera
14 Bilder
Der Bahnhof Solothurn
Die Bilder wirken fast wie Gemälde
Je kleiner das Loch durch das, das Licht fällt desto schärfer das Bild
Herbstimpressionen
Herbstimpressionen
Herbstimpressionen
Die Lochkamera
Die Lochkamera von hinten.

Fotos mit der Lochbildkamera

Hanspeter Bärtschi

Die heutigen Kameras werden immer schneller, hochauflösender und schärfer. Das Innenleben ist voller modernster Elektronik. Komplizierte Algorhythmen bestimmen die kamerainterne Bildverarbeitung. Die Möglichkeiten sind enorm. Der Benutzer oft überfordert

Bei einer Lochkamera ist alles anders. Licht welches durch eine kleine Öffnung (dem Loch) in einen lichtdichten Hohlkörper fällt, ergibt auf dessen Rückseite ein auf dem Kopf stehendes Bild. Weil das Loch meist mit einer Stecknadel gestochen wird, heißt der englische Terminus pinhole camera.

Das auf der gegenüberliegenden Innenseite entstehende Bild, lässt sich auf lichtempfindlichem Material (Fotopapier oder Film) festhalten. Die Grösse des Lochs bestimmt die Bildschärfe. Je kleiner das Loch, umso schärfer die Bilder.

Die aktuelle Bildserie ist mit einer handgefertigten Lochkamera aus Holz gemacht worden. Die Kamera ist so konstruiert, dass man einen herkömmlichen Kleinbild-Negativfilm einlegen kann. Der belichtete Film wird nach dem Fotografieren im Labor entwickelt - und man erhält Negative. Die Negative können eingescannt werden oder im Labor im traditionellen photochemischen Prozess zu Fotos verarbeitet werden.

Beim Fotografieren mit der Lochkamera gibt es kein Display oder Sucher, auf dem man den Bildausschnitt sieht. Man „sieht“ also nicht, was man fotografiert. Man muss den Bildausschnitt erahnen. Der kleine Holzbalken auf der Vorderseite der Kamera ist der Verschluss. Dreht man ihn nach unten, öffnet sich das Loch und der Film wird belichtet. Die Belichtungszeit ist Erfahrungssache. Es gibt aber auch Tabellen und sogar eine App.

Lochkamerabilder sind immer etwas unscharf, haben oft einen Farbstich oder sind grobkörnig. Sie sind nicht „perfekt“. Gerade deshalb wirken sie atmosphärisch, träumerisch und bestechen durch einen eigenwilligen nostalgischen Charme.