Unkraut
Zum Schutz der Landwirtschaft: Bauern sollen Erdmandelgras dem Kanton melden

Landwirte, die auf ihren landwirtschaftlich genutzten Flächen Erdmandelgras entdecken, sollen dies melden. Der Kanton Solothurn will so eine weitere Verschleppung verhindern und eine koordinierte und wirksame Bekämpfung möglich machen.

Drucken
Teilen
Erdmandelgras ist auch im Kanton Solothurn verbreitet.

Erdmandelgras ist auch im Kanton Solothurn verbreitet.

zvg

Landwirte, die auf ihren Feldern Erdmandelgras entdecken, sollen dies künftig dem Kanton melden. Dadurch soll eine weitere Verschleppung verhindert und eine koordinierte Bekämpfung möglich gemacht werden. Dies hat der Regierungsrat am Dienstag entschieden.

Experten zählen das Erdmandelgras zu den Unkräutern mit dem grössten Schadenpotenzial. Es ist inzwischen im ganzen Mittelland verbreitet, im Kanton Solothurn sind vor allem die Bezirke Wasseramt, Bucheggberg, Lebern und Gäu betroffen. Ein etablierter Erdmandelgras-Bestand kann die Kulturpflanzen so stark konkurrenzieren, dass im Mais Ertragseinbussen bis zu 60 Prozent, bei Kartoffeln und Zuckerrüben sogar Totalausfälle möglich sind. Die kantonale Strategie sieht die Bekämpfung als wichtigste Massnahme vor, um eine weitere Ausdehnung zu verhindern.

«Eine zielführende Bekämpfung des Erdmandelgrases setzt allerdings voraus, dass die Befallsflächen bekannt sind», heisst es beim Kanton. «Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter werden deshalb angehalten, den Befall von Flächen mit Erdmandelgras künftig umgehend bei der Zentralstelle für umweltschonenden Pflanzenbau zu melden.» Diese trägt die Befallsorte im Web-GIS «Neophyten» ein. Diese Karte ist über das Geoportal des Kantons Solothurn allen Personen zugänglich. Die Zentralstelle informiert die Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter sowie die landwirtschaftlichen Lohnunternehmer der betroffenen Regionen jährlich über die Befallsentwicklung und unterstützt sie fachlich bei der Bekämpfung.

Erdmandelgras zählt zu den invasiven Neophyten, die einheimische Pflanzenarten verdrängen. Die Erdmandeln entwickeln sich vor allem auf Ackerflächen in Frühjahrskulturen wie Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben, seltener im Getreide. Die Knöllchen des Erdmandelgrases bleiben über Jahre keimfähig. Dies begünstigt eine Verbreitung über landwirtschaftliche Maschinen. Die Bekämpfung ist äusserst schwierig und muss über mehrere Jahre erfolgen. (szr)

Aktuelle Nachrichten