Hakama AG Bättwil
Zulieferin für Beatmungsgeräte wegen Abriegelung französischer Arbeitskräfte in Bedrängnis

Die Hakama AG in Bättwil ist Zulieferin für die Medizinaltechnik im Kampf gegen das Coronavirus und stand nach der Schliessung der Tramhaltestelle Leymen vor einem riesigen Problem für 70 Mitarbeitende aus Frankreich.

Bea Asper
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Auf Mitarbeitende aus Frankreich angewiesen: Hakama AG.

Auf Mitarbeitende aus Frankreich angewiesen: Hakama AG.

zvg

Die konsequente Verriegelung der Schweizer Grenze führte im Leimental zu einem Problem für die Produktion der dringend notwendigen Medizinaltechnik im Kampf gegen das Coronavirus. Die Hakama AG in Bättwil ist Zulieferin für die Herstellung von Beatmungsgeräten und der Analysetechnologie und auf 70 Mitarbeitende aus dem angrenzenden Frankreich angewiesen.

Bisher war es den Pendlern möglich, mit dem Tram von Leymen aus in die Schweiz einzureisen. Doch die Haltestelle im französischen Nachbarort wurde am 4. April kurzerhand aufgehoben. Ausserdem wurde die Grenzwache verstärkt durch das Militär. Die bewaffneten Einsatzkräfte verteidigen das Durchgangsverbot auf allen Fusswegen. Für Abschreckung sorgen auch Drohnen und Helikopterflüge über den Köpfen der Leimentaler.

Das Bild, das sich an der Grenze zeigt, kannte man bisher aus dem Fernseher von Ländern, die weit weg und verpönt sind wegen der Freiheitsberaubung ihrer Bürger. Gemäss Zollverwaltung sind gesamtschweizerisch beim Grenzübertritt aus Frankreich bereits über 12000 Verstösse registriert worden.

Technologiezentrum Witterswil mitbetroffen

Nachdem dieser Tage die Einreise in die Schweiz nochmals deutlich erschwert wurde, stieg die Verunsicherung im Leimentaler Traditionsunternehmen. Für die Geschäftsleitung der Hakama AG begann ein Kampf gegen die mächtigen Mühlen von Bundesbern im rechtlichen Ausnahmezustand – unerreichbar auf dem alten Weg der Demokratie. Betroffen sind aber auch viele andere Schweizer Betriebe, zum Beispiel das Technologiezentrum Witterswil.

Unterstützung erhielten die Unternehmer von Bättwils Gemeindepräsident François Sandoz und der Wirtschaftsförderung des Schwarzbubenlandes. «Wir baten die Eidgenössische Zollverwaltung sowie den Krisenstab des Kantons Solothurn, sich für die Öffnung des Grenzüberganges Biel-Benken einzusetzen», bestätigt Sandoz auf Anfrage dieser Zeitung. Verständnis erhoffte man sich von Diego Ochsner, dem Chef des Solothurner Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz, der im Leimental lebt und mitbestimmt im Krisenstab.

Die Zollverwaltung lenkte doch noch ein

Am Anfang sei die Bitte, den Grenzübergang Biel-Benken wieder zu öffnen, auf erbitterten Widerstand gestossen, sickert aus der regionalen Wirtschaftsförderung durch. Doch dann kam die erfreuliche Mitteilung: «Die Eidgenössische Zollverwaltung revidiert ihre Schliessungsregelung am Grenzübergang Biel-Benken: Seit Montagmorgen vier Uhr wird dieser Übergang für den Verkehr wieder freigegeben. Die Einreise ist erlaubt für Schweizer Bürgerinnen und Bürger, Personen mit einem Aufenthaltstitel in der Schweiz sowie Personen, die aus beruflichen Gründen in die Schweiz reisen müssen. Auch Personen, in einer Situation absoluter Notwendigkeit dürfen einreisen.»

Hingegen sei der Grenzübertritt oder der Versuch eines Übertritts «zum Zweck des Einkaufs, der Freizeit, des Tourismus oder des Besuchs verboten und wird bestraft», hält die Zollverwaltung fest.

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