In Griechenland hat die fünfköpfige Familie ihre Ferien genossen. Bis nach Olten geht mit der Rückreise auch alles glatt. Doch bei der Weiterfahrt Richtung Solothurn passiert es: der siebenjährige Sohn Adrian steigt um 22.40 Uhr als erster mit seinem kleinen Koffer in den Schnellzug, die Familie bleibt noch auf dem Perron.

Und dann schliessen sich die Türen und der Zug fährt ab. Die Mutter versucht noch, die Türe zu öffnen, schreit, schlägt an das Fahrzeug und rennt dem schon fahrenden Zug hinterher. Doch alles hilft nichts; der ICN fährt aus dem Bahnhof - und Adrian fährt mit.

Aneinander vorbeigefahren

Wie soll es nun weitergehen? Während Adrian gefasst auf seinem Köfferchen sitzt, telefonieren zwei Zugbegleiter herum und entscheiden dann: Adrian fährt in Begleitung eines anderen Zugbegleiters mit dem nächsten Schnellzug von Solothurn nach Olten zurück. Dort soll er wieder mit der Familie zusammengeführt werden.

Was die beiden nicht wissen: Die Eltern und die beiden älteren Geschwister haben den nächsten Regionalzug nach Solothurn genommen, um dort ihren Sohn rasch wieder in die Arme zu schliessen. Mitten auf der Strecke überkreuzen sich die Suchenden.

Jetzt liegt es an der Polizei: Sie nimmt den Siebenjährigen in Olten in Obhut. Die Familie wird währenddessen am Bahnhof Solothurn in Empfang genommen.

Die Kantonspolizei bringt Adrian und den Rest der Familie schliesslich nach Oensingen, wo sie sich kurz vor Mitternacht wieder in die Arme nehmen können. Da keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr unterwegs sind, bringt die Polizei die Familie in der Nacht zurück an ihren Wohnort im Emmental.

So findet eine eineinhalbstündige Odyssee ein glückliches Ende.