Solothurn

Zu wenig Schüler: Die Internationale Tagesschule schliesst

Die International School Solothurn an der Zuchwilerstrasse in Solothurn.

2015 hatte das Ende noch einmal abgewendet werden können – jetzt war die Schliessung der Internationalen Tagesschule Solothurn nicht mehr zu verhindern: Ende des Schuljahres wird der Betrieb eingestellt. Grund: die zu tiefen Schülerzahlen.

Die Internationale Tagesschule Solothurn (ISSO) stellt den Schulbetrieb per Ende des Schuljahres ein. Am Dienstagnachmittag wurden das Personal und die Eltern der Schüler informiert. Betroffen sind neben den bisherigen Schülern und Eltern insbesondere auch die 19 an der Schule beschäftigten Personen (entsprechend 10 Vollzeitpensen).

Für die Mitarbeitenden besteht gemäss ISSO-Verwaltungsratspräsident Josef Maushart «ein gut dotierter Sozialplan zur Verfügung». Es sei alles versucht worden, die Schule zu retten, unterstreicht der Solothurner CVP-Kantonsrat und Firmenchef der Fraisa SA. Unter anderem seien auch Kooperationen mit anderen Schulen erwogen worden, doch diese hätten sich als nicht praktikabel erwiesen.

Die Nachfrage ist zu klein

Zentraler Grund für das Ende sei gemäss einer Medienmitteilung der Trägerschaft «die zu geringe Schülerzahl von nur mehr 26 Kindern für das neue Schuljahr 2019/2021». Maushart dazu: «Unter diesen Umständen ist ein vernünftiger und finanzierbarer Schulbetrieb nicht mehr möglich.» Nach Finanz- und Führungsproblemen hätten Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und Aktionäre seit der Rettung der Schule 2015 alles versucht, die ISSO auf einen grünen Zweig zu bringen. «Inhaltlich ist dies gelungen, leider jedoch nicht mit Blick auf die Nachfrage», erläutert der Verwaltungsratspräsident, der sich über Jahre persönlich und auch finanziell für den Erhalt der Schule eingesetzt hat.

Bereits vor einem Jahr habe sich abgezeichnet, dass die Sekundarstufe nicht weitergeführt werden könne, worauf das schulische Angebot auf Kindergarten und Primarschule konzentriert worden sei. Die Träger hätten nun aber erkennen müssen, dass die Schule auch in der verkleinerten Form nicht überlebensfähig sei: «Heute müssen wir erkennen, dass die Nachfrage am Platz Solothurn für eine solche Privatschule schlicht zu klein ist.»

Finanziell an Grenze gestossen

Die Förderer der Schule hätten seit 2015 Mittel im Umfang von 2,2 Mio. Franken zur Verfügung gestellt, rechnet Maushart vor: «Zuletzt wurde jedes Kind mit 10'000 Franken pro Jahr subventioniert. Mit der sinkenden Schülerzahl wäre dieser Betrag im kommenden Jahr auf über 15'000 Franken gestiegen.

Hoffnungen auf eine mögliche Besserung der Situation für die ISSO durch die Ansiedlung der Firma Biogen hätten sich zerschlagen, sagt Maushart auf eine entsprechende Nachfrage: Mit den Baufortschritten in Luterbach sei die Zahl der Schülerinnen und Schülern von Baupersonal bereits rückläufig und andererseits biete Biogen seinem Personal eine degressiv ausgestaltete, das heisst eine von Jahr zu Jahr abnehmende Unterstützung an.

Die Eltern der von der Schliessung betroffenen Schüler würden bei der Suche nach geeigneten Alternativen unterstützt, wird seitens der ISSO versichert. Dank der Ausrichtung der Schule am kantonalen Lehrplan sei der Übertritt an öffentliche Schulen eine mögliche Option. Zudem hätten sich inzwischen die Möglichkeiten der Tagesbetreuung an öffentlichen Schulen sowie mit dem Angebot «Deutsch als Zweitsprache» die Unterstützung von fremdsprachigen Kindern verbessert.

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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