Kantonsrat
Zu verschwenderisch mit dem Boden umgegangen: CVP mahnt ihren Regierungsrat

Lucien Fluri
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Baudirektor Roland Fürst musste sich am Mittwoch der Kritik aus den eigenen Reihen stellen.

Baudirektor Roland Fürst musste sich am Mittwoch der Kritik aus den eigenen Reihen stellen.

Hansjörg Sahli

Etwas Seltenes geschah am Mittwoch im Kantonsrat: Die CVP-Mitte-Fraktion, ansonsten treue Mehrheitsbeschafferin im Dienste ihrer Regierungsräte, kritisierte den eigenen Mann, CVP-Baudirektor Roland Fürst.

Es ging um einen Vorstoss, der den Kanton zum ressourcenschonenden Umgang mit dem Boden anhalten wollte. Der Kanton sei zwar in Sachen Landverbrauch sensibler geworden. «Aber es braucht noch mehr, viel mehr, damit auch die kommenden Generationen Boden zur Verfügung haben zum Leben», kritisierte Edgar Kupper (CVP, Laupersdorf) als Sprecher der CVP/EVP/BDP/GLP-Fraktion.

«In den letzten Jahren war man unglaublich verschwenderisch unterwegs.» Der Kanton habe beim Bund nicht erreicht, dass die Autobahn beim geplanten 6-Spur-Ausbau der A1 im Gäu untertunnelt werde, kritisierte Kupper weiter. «Das hätte man vor fünf Jahren mit aller Kraft erwirken müssen. Es braucht noch mehr Einsatz.» Auch Martin Flury (BDP, Deitingen) kritisierte Bund und Kanton – nun wegen ihrer Projekte und deren Landverbrauch im Deitinger Schachen.

Regierungsrat Roland Fürst betonte zwar, dass der Kanton, etwa im neuen Richtplan, stark auf den Bodenverbrauch achte. Der Baudirektor erreichte auch, dass beim Vorstoss der etwas weniger strenge Wortlaut, den sich die Regierung wünschte, vom Kantonsrat für erheblich erklärt wurde. Weil seine CVP aber umschwenkte, wurde der Auftrag jedoch nicht, wie gewünscht, sogleich wieder als erledigt erklärt. Grüne, CVP und SP wollten den Mahnfinger an die Regierung oben lassen.

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