Im Dezember 2008 kauften Werner A.* und sein Geschäftspartner einen Bauernbetrieb. Der Betrieb ist 30 Hektaren gross und liegt etwas abseits eines Dorfes im Thal. Bei der Beurkundung auf der Amtsschreiberei gaben die beiden Käufer und der Verkäufer einen Kaufpreis von 735000 Franken an. Doch offenbar war der bei der Amtsschreiberei angegebene Preis nicht der Wahre. Der Geschäftspartner von A. und der Verkäufer, der den Hof zuvor selber bewirtschaftete, zeigten sich selber an und gaben an, der Hof habe in Tat und Wahrheit für 900000 Franken den Eigentümer gewechselt.

Dies trug A., seinem Geschäftspartner und dem Verkäufer eine Strafverfügung der Staatsanwaltschaft ein. A. wurde zu einer bedingten Geldstrafe sowie einer Busse verurteilt. Gegen diese Strafverfügung erhob er Einsprache. Das Amtsgericht Thal-Gäu hielt an der Verurteilung fest und verschärfte die Strafe gar noch leicht. A. erhielt eine bedingte Geldstrafe von 5750 Franken sowie eine Busse von 500 Franken. A. wollte dies nicht auf sich sitzen lassen und zog den Fall weiter.

Konflikt zwischen den Partnern

«Ich wehre mich bis zuletzt, wenn mir jemand etwas unterschiebt», sagte er gestern am Obergericht. So will A. mit «den ganzen Abwicklungen» rund um den Kauf nichts zu tun gehabt haben. Diese seien von seinem Geschäftspartner gemacht worden. Insbesondere auch verschiedene Anzahlungen. Anzahlungen notabene, die getätigt wurden, bevor der Kaufvertrag ausgefertigt wurde. Sie tauchen in keinem amtlichen Dokument auf.

Jedenfalls scheint die geschäftliche und persönliche Beziehung zwischen den beiden Käufern schon kurz nach dem Kauf nicht mehr die beste gewesen zu sein. «Es hat Konflikte gegeben», sagte A., der den Hof heute als Geschäftsführer einer eigens dazu gegründeten Aktiengesellschaft führt.

«Offensichtliche Motive»

Diese Konflikte waren denn auch für den amtlichen Verteidiger von A. das Motiv für die Selbstanzeige des Geschäftspartners. «Es ist offensichtlich, dass er mit der Selbstanzeige den Kaufvertrag rückgängig machen wollte», erklärte der Verteidiger in seinem Plädoyer. Der Geschäftspartner habe wieder zu seinem Geld und der Verkäufer wieder zu seinem Hof kommen wollen. Die Staatsanwaltschaft dagegen stütze sich nur auf die Behauptungen des Verkäufers und des Geschäftspartners, wonach das Anwesen für 900000 Franken verkauft worden sei. Diese Aussagen seien aber erheblich in Zweifel zu ziehen, wenn man sich die offensichtlichen Motive der beiden vor Auge halte.

Sein Mandant habe mit der Abwicklung des Verkaufspreises gar nichts zu tun gehabt. «Deshalb kann der Vorsatz schlicht nicht vorhanden sein.» So sei A. immer davon ausgegangen, dass die Vorauszahlungen, die geleistet wurden – der Verteidiger sprach von 40000 Franken und 60000 Franken – Anzahlungen zu dem beurkundeten Preis von 735000 Franken gewesen seien. Deshalb sei A. freizusprechen.

Der Verteidiger fand aber beim Obergericht kein Gehör. Dieses hält am Urteil der Vorinstanz fest. Auch geleistete Anzahlungen würden in einen Kaufvertrag gehören.

So seien solche in der Höhe von 200000 Franken bereits getätigt worden, als der Vertrag gemacht wurde, begründet das Obergericht sein Urteil.

Ob A. den Fall ans Bundesgericht weiterziehen will, konnte er gestern noch nicht endgültig sagen. «Ich muss erst einmal darüber schlafen.»

*Name von der Redaktion geändert