Internet-Betrug
Zu schneller Mausklick oder zu gutmütig am Telefon und plötzlich ist man Opfer

Immer öfter wird die Kantonspolizei Solothurn mit Opfern von Romance Scam, Sextortion, Phishing, Enkeltrick oder falschen Polizisten konfrontiert. An ihrem HESO-Stand will die Kapo die Bevölkerung sensibilisieren und aufklären.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die Polizei warnt vor Betrügern im Internet.

Die Polizei warnt vor Betrügern im Internet.

Keystone

Seit Menschen zusammenleben, gibt es Betrüger und Betrogene. «Früher wurde noch an der Haustüre betrogen», sagt Thomas Kummer, Mediensprecher der Polizei Kanton Solothurn und für Präventionsmassnahmen zuständig. Er nimmt als Beispiel den Verkauf von wertlosen Haushaltgegenständen oder Kleidern, die zu überrissenen Preisen an den Mann oder die Frau gebracht wurden. «Heute aber spielt sich ein immer grösser werdender Teil unseres Lebens im Internet ab.

Das sind allgemeine Betrugsmerkmale

- Typisches Verhalten von Betrügern: Sie versuchen, ihre Opfer zu verunsichern, zu überzeugen und häufig zu isolieren, zu hetzen, um sie zu täuschen.

- Typische Opfermerkmale: Betrüger nutzen gezielt menschliche Schwächen aus. Dazu gehören im Besonderen: Gier, Naivität, Ignoranz, Dickköpfigkeit, Arroganz und Liebesbedürftigkeit.

- Typische Betrugssituation: Wer sich gerade in einer persönlichen Krise befindet, unter Stress oder Zeitdruck steht, gerade euphorisch vor Glück oder im Gegenteil sehr niedergeschlagen ist, unbedingt Geld braucht oder ein grosses Bedürfnis nach Liebe, Zuwendung und Anerkennung hat, sollte sich vor Betrügern und Betrügerinnen besonders in Acht nehmen und verlockende Angebote kritisch prüfen. (Quelle: SKP).

Entsprechend verlagern auch die Betrüger ihre Aktivitäten ins World Wide Web.» Und dies mit einem grossen Vorteil: «Sie können von überall her in der Welt aktiv sein.» Deshalb sei die Verfolgung durch die Polizei besonders schwierig. «Wir können in unserem Land ermitteln. Doch meist agieren solche Betrüger aus dem Ausland, anonym oder mit falschen Identitäten.»

Die Scham ist gross

«Es ist leider eine Tatsache, dass die Aufklärung solcher Internet-Betrügereien auch wegen der internationalen Rechtshilfe sehr schwierig ist», erklärt Kummer. Oft seien die Täter nicht zu fassen und das Geld für immer verloren. «Deshalb ist es umso wichtiger, sich gegen solche Machenschaften zu schützen.» Aufklärung ist wichtig. «Und jeder, der am Computer sitzt, soll sich verinnerlichen: Denken, bevor klicken.»

Internet-Betrügereien zu verhindern und die Fallzahlen zu reduzieren, sei somit eines der Kernanliegen der Kantonspolizei Solothurn, sagt Kummer weiter. Er ist ziemlich sicher, dass nur ein kleiner Anteil dieser Delikte überhaupt zur Anzeige kommt. «Oft ist die Scham der Betroffenen gross, auf einen solchen Betrug hereingefallen zu sein.» Doch man weiss: Opfer kann jeder werden – ob jünger oder älter, ob Arzt, Politiker oder Arbeiter. «Die Polizei ruft man erst, wenn etwas passiert ist, wenn man viel Geld verloren hat. So sind uns die Betrüger immer einen Schritt voraus.»

Viele Internet-Kriminelle agieren als Einzelpersonen, andere sind in Gruppen aktiv. «Wir stellen vermehrt fest, dass organisierte Banden hinter den Betrügereien stecken.» Die Polizei Kanton Solothurn verfügt über einen Dienst, welcher Ermittlungen in technischen Belangen unterstützt. «Wir ermitteln im Rahmen unserer Möglichkeiten, auch gegen Internetbetrüger. Aufgrund der internationalen Zusammenhänge ist dazu die Zusammenarbeit mehrere Kapo-Abteilungen, aber auch diejenige mit Partnern anderer Kantone und des Bundes notwendig», wird erklärt.

Am Stand 103 in der Rythalle

So macht es Sinn, dass ab morgen Freitag an der Heso, am Stand der Polizei Kanton Solothurn, über die Arten von Internet-Betrug mit unterschiedlichen Ausformungen (siehe unten) orientiert und auf spielerische Art informiert wird. Besonders auch wenn man in der Statistik nachlesen kann, dass im Jahr 2017 504 solche Betrugsfälle registriert wurden und dies eine Zunahme von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2016 bedeutete. «Spezialisten der Kantonspolizei sind vor Ort und freuen sich über möglichst viele Besuche in der Rythalle, wo sie kompetent Fragen rund um das Thema Internet-Betrug beantworten», so der Mediensprecher.

Die HESO startet am 21. September und dauert bis 30. September.

Mit solchen comicartigen Geschichten will die Kapo Solothurn auf Internet-Betrüger aufmerksam machen. Hier das «Phishing»

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Kapo SO
Und hier der «Polizeitrick»

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