Erstmals sind im Kanton Solothurn die militärischen Entlassungsfeiern zentral durchgeführt worden: Dienstag bis Donnerstag sind im Grenchner Velodrome gestaffelt 873 Angehörige der Armee aus der Dienstpflicht entlassen worden. Mit durchweg guten Erfahrungen, wie Kreiskommandant Thomas Wysseier auf Anfrage bilanziert.

Die zentrale Durchführung «steigert die Effizienz und reduziert den logistischen sowie personellen Aufwand erheblich», erklärt Wysseier. So müsse die Installation für die Materialrückgabe nur noch einmal errichtet und könne an drei aufeinanderfolgenden Tagen betrieben werden. «Mit der neuen Organisation muss das Material nicht fünfmal ins Armeelogistik-Center Thun zurückgeführt werden, was viele Lastwagen-Kilometer einspart.»

Aufgrund der zu erwartenden geringeren Entlassungszahlen gehe das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz (AMB) davon aus, dass ab dem nächsten Jahr allenfalls nur noch zwei Entlassungstage gebraucht werden.

«Ideale Voraussetzungen»

Nun liegt Grenchen für Militärangehörige aus dem Niederamt oder dem Schwarzbubenland ja nicht gerade vor der Haustüre. «Wir haben verschiedene Standorte evaluiert», führt der Kreiskommandant zur Frage aus, weshalb nicht ein «zentralerer» Ort gewählt worden sei. Mit dem riesigen Velodrome bestünden ideale Voraussetzungen, «um an einem verkehrstechnisch sehr gut erschlossenen Standort für über 300 Personen wettergeschützt Material zurückzunehmen, eine militärische Zeremonie durchzuführen und ebenfalls das Nachtessen durchzuführen.»

Für einen Grossteil der Schwarzbuben sei Grenchen mit dem öffentlichen Verkehr schneller erreichbar als etwa Olten. Reklamationen bezüglich der Ortswahl habe es keine gegeben. «Im AMB gingen einige wenige Anfragen aber keine Proteste ein» – weder von Armeeangehörigen noch von den eingeladenen Gästen, stellt Wysseier zufrieden fest.

Ob es auch weiterhin zentral durchgeführte Entlassungen geben wird, ist laut Wysseier noch nicht entschieden: «Im Nachgang der Entlassungstage werden wir die Situation beurteilen und die Konsequenzen für nächstes Jahr ziehen.» (ums.)