Delegiertenversammlung

Zeit für eine Veränderung beim Feuerwehrverband

Am Samstag durfte Philipp Stierli zu seiner ersten Delegiertenversammlung als Präsident des Solothurner-Kantonal-Feuerwehr-Verband (SKFV) begrüssen. 250 Personen folgten der Einladung ins Parktheater Grenchen.

Musikalisch wurde die Delegiertenversammlung von der Stadtmusik Grenchen eröffnet. Diese stand unter der Leitung von Rainer Ackermann. Stadtpräsident François Scheidegger begrüsste alle Anwesenden in «seiner» Stadt und stellte Grenchen mittels eines Videos vor.

In diversen Medien wurde im vergangenen Jahr immer wieder über die «freiwillige Feuerwehr» berichtet. Diese Bezeichnung ist so nicht korrekt. Die Angehörigen der Feuerwehr (AdF) leisten ihren Dienst im Milizsystem. Dies hat nichts, oder fast nichts, mit einer freiwilligen Feuerwehr zu tun.

Die Aufgaben, welche eine moderne Feuerwehr zu bewältigen hat, wie auch die hohen Erwartungen aus der Bevölkerung sowie die stetig steigende Professionalität, sind nur dank hohem Engagement, grossem Pflichtbewusstsein und Auftragstreue aller Eingeteilten zu bewältigen. Die Anzahl der Übungen und Einsätze, welche im Kanton Solothurn geleistet werden, übersteigt merklich jene einer freiwilligen Tätigkeit.

Weichen für die Zukunft sind gestellt

Feuerwehrleute sind immer bereit, neue Aufgaben und Herausforderungen anzunehmen und diese erfolgreich zu bewältigen. Einer solchen Herausforderung stellte sich im letzten Jahr auch der Kantonalverband. Zusammen mit Vertretern aller Bezirksverbände, der Vereinigung der Instruktoren, der Solothurner Gebäudeversicherung (SGV) und dem Verband Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) wurde nach einer Lösung in Bezug auf die Organisation des Verbandswesens im Kanton gesucht. In der Lösungsfindung wurde der Fokus darauf gelegt, dass primär für die Feuerwehren im Kanton Solothurn einen Mehrwert aus der neuen Organisation erzielt wird.

In seinem Jahresbericht hält der Präsident Philipp Stierli fest, dass er überzeugt sei, mit der Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit und Einbindung der SGV, eine erfolgsversprechende Lösung gefunden zu haben. Ihm und allen Involvierten sei bewusst, dass der Umsetzungsprozess anspruchsvoll werden wird. Alle Feuerwehren im Kanton Solothurn sollen zukünftig die neue Organisation als Mehrwert und gewinnbringend wahrnehmen. Stierli ist überzeugt, dass den stetig wachsenden Anforderungen nur dann gerecht werden kann, wenn die Kräfte und Möglichkeiten im Kanton gebündelt und zu einer neuen Organisation zusammengeführt werden.

Um diesen Weg weiterverfolgen zu können, fand an der Delegiertenversammlung eine Konsultativ-Abstimmung statt. Die Versammlung wurde angefragt, ob die Detailausarbeitung der vorgeschlagenen, neuen Organisation und die Umsetzung / Neugründung im Jahr 2019 unterstützt wird. Die Frage wurde mit 18 Gegenstimmen und 23 Enthaltungen bejaht. Stierli dankte den Anwesenden für das Vertrauen und der Unterstützung gegenüber der Projektgruppe und der neuen Organisation. Gleichzeitig sprach er die Personen an, welche sich gegen das Projekt entschieden oder sich enthalten haben. Ihm sei bewusst, dass es in gewissen Bäuchen rumore.

Um offene Fragen zu beantworten oder Anregungen entgegen nehmen zu können, sollen sich die Betroffenen bilateral mit ihm in Verbindung setzen. So können Ungereimtheiten beseitigt und noch offene Fragen beantwortet werden. Auch sei ihm wichtig, Vorschläge in das Projekt einfliessen zu lassen. In seinem Jahresbericht fasst der Präsident die Veränderungsphase folgendermassen zusammen: UxVxS>B. Das heisst, das Zusammenspiel von Unzufriedenheit x Vision x erste Schritte muss grösser sein als das Beharrungsvermögen einer Organisation. Er sei überzeugt, dass der richtige Zeitpunkt für eine Veränderung erwischt wurde und mit dem Projekt FW-SO 2030 die Weichen für die Zukunft in die richtige Richtung gestellt worden sind.

Neuer Verantwortlicher des Jugendfeuerwehrwesens

Die Jahresrechnung 2017 wurde vom Kassier Daniel Müller präsentiert. Ohne Diskussionen wurde diese einstimmig genehmigt. Ebenfalls von Müller wurde das Budget 2018 sowie der festgesetzte Jahresbeitrag präsentiert. Der Voranschlag und der Jahresbeitrag wurden mit vier Gegenstimmen und 20 Enthaltungen angenommen. 2018 ist kein Wahljahr. Aufnahmen und Ausstritte von Mitgliedern waren keine zu verzeichnen.

Durch den Austritt von Mario Bieli als Verantwortlicher der Jugendfeuerwehren war es dem Vorstand ein Anliegen, diese Lücke wieder zu schliessen. Philipp Stierli verdankte die geleistete Arbeit von Mario Bieli. Als neuer Verantwortlicher für das Jugendfeuerwehrwesens des Kantons Solothurn wurde Daniel Herzog aus Schönenwerd vorgeschlagen. Nach der Vorstellung Herzogs, wurde dieser einstimmig gewählt. Die nächste Delegiertenversammlung findet am 9. März 2019 in Schönenwerd statt.

Grussworte

Markus Grenacher, Feuerwehrinspektor, schreibt in seinem Jahresbericht, dass das Jahr 2017 geprägt gewesen sei von Veränderungen und personellen Wechseln auf höchster Ebene. So wurde auf die neue Legislaturperiode 2017 – 2021 Regierungsrätin Brigit Wyss neu gewählt und ist als Vorsteherin des Volkswirtschaftsdepartementes die «Chefin» der Solothurner Feuerwehrorganisationen. Zudem stand per Ende September 2017 der Weggang des langjährigen Direktors der SGV, Alain Rossier an. Mit Markus Schüpbach nahm der neu gewählte Direktor sein Amt nahtlos am 1. Oktober 2017 in Angriff. Markus Grenacher freut sich, mit Regierungsrätin Brigit Wyss und dem Direktor, Markus Schüpbach die Geschäfte der Solothurnischen Gebäudeversicherung, primär in der Abteilung Feuerwehr zusammen anzugehen.

Für die Feuerwehren und die Gemeinden sowie Betriebe soll weiterhin eine gute Dienstleistung angeboten werden. In seiner Rede informierte der Feuerwehrinspektor mit Stolz, dass die Feuerwehrausbildung der SGV von der Feuerwehrkoordination Schweiz (FKS) mit dem «Quality Label» ausgezeichnet wurde. Erst ein paar wenige Kurse wurden in der Schweiz mit dem prestigeträchtigen Quality Label der FKS ausgezeichnet. Das Label wurde anlässlich des dreitägigen Kurses (Kurs 31) für «Ausbilder in der Feuerwehr» erteilt.

2017 sei für die Feuerwehren im Kanton Solothurn ein relativ ruhiges Jahr gewesen. Sämtliche Durchführungen der geplanten Kurse sei erfolgt. Von Seiten der Regierung war es Brigit Wyss, welche Grussworte aus Solothurn an die Versammlung überbrachte. Vom Schweizerischen Feuerwehrverband (SFV) war Dominik Straumann, Mitglied Zentralvorstand / Vertreter der kant. Feuerwehrverbände der Region Minowe - Zentralschweiz, anwesend. In seiner Rede gratulierte er Philipp Stierli für die reibungslose Durchführung seiner ersten Delegiertenversammlung als Präsident des SKFV.

Im Namen der Gemeinden bedankte sich der Präsident der Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) Kuno Tschumi, bei den Anwesenden für die Arbeit, welche zu Gunsten der Öffentlichkeit geleistet wird. Stellvertretend für alle Verantwortlichen des OKs bat Philipp Stierli OK-Präsidenten Roger Lötscher von der Feuerwehr Grenchen auf die Bühne. Als Zeichen der Anerkennung und als Erinnerung an die Versammlung, wurde ihm im Namen des Kantonal Feuerwehr Verbandes die traditionelle Verdiensturkunde, welche von Fritz Dietiker aus Balsthal hergestellt wurde, übergeben.

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