Medtech-Unternehmen
Ypsomed wächst weiter mit Eigenprodukten

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Ypsomed-CEO Simon Michel

Ypsomed-CEO Simon Michel

michelluethi.ch

Ypsomed, führende Entwicklerin und Herstellerin von Injektions- und Infusionssystemen für die Selbstmedikation und Diabetesspezialistin, ist weiterhin gut auf Kurs: Das Unternehmen mit Hauptsitz in Burgdorf und Produktionsstätte in Solothurn hat den Umsatz im ersten Halbjahr um 45,3 Mio. Franken auf 258,7 Mio. erhöht; das Betriebsergebnis beträgt 68,4 Mio. Franken (Vorjahr: 26,9 Mio.), die Ebit-Marge 26,4 Prozent (Vorjahr: 12,6 Prozent). Darin enthalten ist eine Kompensation von knapp 50 Mio. Franken für den Aufbau der europäischen Vertriebsstruktur für die Omnipod-Insulin-Patch-Pumpe. Dabei handelt es sich um eine Einmalzahlung aus dem per Ende Juni ausgelaufenen Vertriebsvertrag mit Insulet. Bereinigt um diesen Effekt beziffert sich das Ypsomed-Wachstum im ersten Semester auf 16,8 Mio. Franken. Der Reingewinn beträgt 56,1 Mio. Franken (Vorjahr: 34,4 Mio.).

Eigene Pumpe entwickelt sich über den Erwartungen

Auffällig beim Halbjahresergebnis: Die Wachstumsstrategie mit den Ypsomed-Eigenprodukten schlägt an. Insbesondere die myLife-YpsoPump entwickelt sich nach Angaben des Unternehmens «über den Erwartungen erfolgreich». Ypsomed-CEO Simon Michel spricht von satten 20 Prozent. Demnach rechnet Ypsomed bis Ende März mit einer Patientenbasis von rund 10000 aktiven Trägern der Insulinpumpe. Dies entspricht einem Wachstum von gut 8000 Anwendern im laufenden Geschäftsjahr. Bis zum Ende des Geschäftsjahrs wird die Pumpe in 20 Ländern erhältlich sein. Das Zulassungsverfahren in den USA ist in Gang. Zudem hat auch das Geschäft mit den Pen-Nadeln überdurchschnittlich zur Umsatzsteigerung beigetragen. Rückläufig ist dagegen der Umsatz mit Teststreifen – dies wegen neuer Technologien zur Glukosemessung.

Der Ausblick auf das Ergebnis im zweiten Semester bzw. auf das Jahresergebnis ist positiv: Der Umsatz dürfte sich im Rahmen des Vorjahres bewegen, der Ebit bei rund 73 Mio. Franken – abhängig von der Betriebs- und Serviceleistung von Insulet in Europa. Bisher hatte Ypsomed einen Ebit zwischen 61 Millionen und 76 Millionen in Aussicht gestellt. Möglicher Einflussfaktor: Wenn bisherige Kunden ihre Diabetestherapie mit dem Omnipod innerhalb von 12 Monaten nach Vertragsende beenden, sind Abweichungen möglich. Für das operative Geschäft rechnet Ypsomed unter Berücksichtigung der erwähnten 50 Mio. Franken mit einem leicht höheren EBIT von 23 Mio. Franken.

Standort Solothurn mit einem Stellenwachstum

Ein «stabiler Umsatzträger» ist nach Aussage von Thomas Kutt, Leiter Investor Relations, auch der Standort Solothurn. Die Lohnfertigung im hiesigen Werk wachse weiterhin, bestätigt er. Die Kapazitäten für die YpsoPump-Infusionssets würden laufend erweitert, sagt Kutt auf Anfrage. Aktuell beschäftigt Ypsomed 427 Mitarbeitende im Kanton Solothurn. Innerhalb von bloss einem halben Jahr seien 23 Stellen dazugekommen, führt Kutt aus. Ypsomed beschäftigt weltweit rund 1500 Mitarbeitende. Derzeit wird vor allem in den Aufbau des neuen Produktionswerks in Schwerin sowie in die Fertigungsinfrastruktur für Spritzgusswerkzeuge in Burgdorf investiert. Diese Vorhaben sind laut Ypsomed-CEO Simon Michel beide auf Kurs. (sz)