Vor 40 Jahren wurde der Luchs in der Schweiz ausgerottet. «Das geht schnell vergessen», sagt Christoph Baumann. Er ist der Geschäftsleiter von WWF Solothurn. Dass die Wildkatze daraufhin wieder angesiedelt wurde, sei ein «Erfolg» des Natur- und Tierschutzes. Darauf wolle man die Bevölkerung aufmerksam machen und sie gleichzeitig für den Schutz des Tieres sensibilisieren.

Im Rahmen des Jubiläums zum 25-jährigen Bestehens hat der WWF Solothurn deshalb eine Ausstellung rund um den Luchs erarbeitet. Sie wird an der HESO, der Oltner MIO und schliesslich auch in anderen Kantonen zu sehen sein. Auch an verschiedenen Schulen im Kanton wird sie präsentiert.

Dort wird die Ausstellung mit einem «WWF Schulbesuch» verknüpft. Wie so eine Stunde mit einer Schulklasse aussehen kann, führte die Schulbesucherin Andrea Zimmermann an der diesjährigen Mitgliederversammlung des Vereins im Wald bei der Verenaschlucht vor.

Normalerweise führt Zimmermann Schulbesuche mit Kindern durch. An diesem Tage kamen für einmal grösstenteils Erwachsene, die Mitglieder des WWF Solothurn, in den Genuss. Zur Unterstützung waren zwei Kinder aus der Familie eines Mitglieds dabei.

Auf der Spur des Luchses

Die Schulbesucherin vermittelte ihren Zuhörern Fachwissen und führte zur Veranschaulichung mehrere Spiele durch. «Der Luchs mag Felsen», erklärte sie. Man sage, der Luchs sei ein scheues Tier, das stimme aber nicht ganz. «Er ist für uns einfach oft verborgen.» Das bestätigte das erste Spiel. «Der Luchs isch ume!», hiess es. «Wer findet ihn?» Dem Suchtrupp voran rannten die zwei Kinder - direkt vorbei am Luchsfell, dass die Veranstalter im Gebüsch versteckt hatten.

25 Jahre WWF Solothurn: Luchserlebnis im Wald bei der Verenaschlucht

Luchserlebnis im Wald bei der Verenaschlucht

Mit etwas Hilfe fanden sie den Luchs schliesslich doch noch. Danach sollten die Teilnehmer «schnuppern wie ein Luchs.» Die WWF Mitglieder bildeten zwei Gruppen. Jedes Team erhielt einen Duft zugeteilt, der auf zehn Wattebäuschchen im Wald verteilt worden war. Das Ziel war es, die Wattebäuschchen mit dem richtigen Duft möglichst schnell zu finden. Das Team mit den beiden Kindern gewann. «Ihr habt eine gute Nase, so wie der Luchs», lobte Zimmermann.

Als Nächstes sollte die Frage – «Wie sieht ein Luchs aus?» – beantwortet werden. Dazu hatte Zimmermann diverse Bilder und Bücher mitgebracht. Diese wurden vor allem von den erwachsenen Mitgliedern studiert, während die Kinder einen Gipsabdruck einer Luchspfote machten. Dann gab es ein besonders Erlebnis: «Das ist normalerweise der Höhepunkt eines Schulbesuchprogramms», kündigte Zimmermann an.

Sie rollte eine grosse Schweizer Landkarte auf dem Boden aus. Darauf legte sie das Fell eines Luchses. Wie fühlt sich ein Luchs an? «Wie es Büsi!» lautete das Fazit der Kinder, die das Fell streichelten. Auch einen Schädel zeigte Zimmermann. Auffällig dabei: Dieser war extrem klein im Vergleich zur Gesamtgrösse des Luchses, der etwa so gross wie ein Schäferhund ist. Dafür hat er grosse Reisszähne. «Ist der Luchs gefährlich?», wollte Ariana wissen. «Der Mensch ist für den Luchs wohl gefährlicher, als umgekehrt», erklärte die Schulbesucherin.

Obwohl sich die Menschen dessen nicht immer bewusst seien. Oder wie Geschäftsleiter Baumann bereits berichtet hatte: Der Luchs wurde von den Menschen sogar einmal ausgerottet. Die diesjährige Ausstellung soll dies den Menschen ins Gedächtnis rufen, und ihnen schliesslich zeigen: «Die Wiedereinführung des Luchses hat sich gelohnt.»