Solothurn
«Wussten nicht, ob wir die Schrauben an der Skulptur noch auseinanderkriegen»

18 Jahre lang schmückte die filigrane Eisenskulptur von Schang Hutter den Aussenbereich der Kantonsschule Solothurn. Nun wurde das Monument auseinandergeschraubt. Wasser im Tragstamm hatte zu einer Ausdehnung des Materials geführt.

Caroline Kienberger
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Zur Demontage der Skulptur ist ein Kran nötig.
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Statiker Urs Emch begleitet die Demontage.
Schnee und Kälte beeinflussten die Abbauarbeiten nicht, sagt Emch.
Abbau der Eisenplastik von Schang Hutter vor der Kantonsschule Solothurn
Das Lösen der Schrauben birgt die Gefahr, dass die Elemente zu schwingen beginnen und das Schulgebäude treffen.
Der rostige Riss auf der rechten Seite zeigt die Folgen des Wasser, das sich im Stamm gesammelt und durch die Kälte ausgedehnt hat.

Zur Demontage der Skulptur ist ein Kran nötig.

ckk

Lautes Dröhnen ist am Freitagmorgen bei der Kantonsschule Solothurn zu vernehmen: Vor dem naturwissenschaftlichen Trakt wird die 22 Meter hohe Eisenplastik von Schang Hutter demontiert.

Der Lärm stammt von einem Kran, der zwei Männer in einer Gondel bis zur Mitte der Skulptur emporhebt. Sie wischen den Schnee von den weissen Eisenelementen. Anschliessend werden die Schrauben gelöst, mit denen die Teile zusammengehalten werden.

Lose Elemente können gefährlich werden

«Zuerst war nicht klar, ob wir die Schrauben nach 18 Jahren überhaupt noch auseinanderkriegen», berichtet Statiker Urs Emch, der den Abbau begleitet. Die Hauptschwierigkeit läge darin, dass einzelne Elemente nach dem Lösen der Schrauben zu schwingen beginnen könnten.

«Diese könnten das Gebäude treffen», erläutert Emch die Problematik. Der momentante Schnee und die Kälte hätten aber keinen Einfluss auf die Arbeiten.

Wasser konnte nicht abfliessen

Auch Schang Hutter selbst ist an diesem Morgen anwesend. Der Künstler hält den Abbau fotografisch fest. «Leider war ich damals nicht dabei, als die Plastik einbetoniert wurde», erzählt Hutter.

Dadurch sei das Problem nämlich entstanden: «Im Tragstamm hat sich Wasser gebildet, das im Winter gefriert und das Material ausdeht. Beim Betonieren hat man keinen Platz gelassen, wo das Wasser hätte abfliessen können». Die Skulptur wurde im Dezember 1995 errichtet. Sie war im Zuge der Umbauten an der Kantonsschule geschaffen worden.

Zukunft der Skulptur ist ungewiss

Ist die Plastik abgebaut, werden die Elemente in einem Depot des Kantons untergebracht. Der Stamm bleibt vorerst bestehen. «Man wird prüfen, ob man ihn ersetzen muss», sagt Hutter. Dann wird die Skulptur also wieder errichtet? «Sehr wahrscheinlich schon», vermutet er. Doch genau wisse man das noch nicht: Der Entscheidung obliege dem Kanton.