Der Traum jeder Frau? Der neue Bachelor. So heisst es zumindest in der Mitteilung des Fernsehsenders, der die Kuppelshow ausstrahlt. Jeder Frau? Ich bin eine Frau. Der Bachelor aber nicht mein Traum. Ich weiss gar nicht, wer der neue Bachelor ist. Interessiert mich auch nicht. Das, was mich bezüglich Bachelor gerade am meisten kümmert, ist dieser Ausdruck. «Jede Frau».

Erstens hat der Sender wohl kaum «jede Frau» auf der Welt danach gefragt, ob sie den Bachelor toll findet - womöglich schmeisst sogar eine Kandidatin im Verlauf der Show die Rose hin, weil sich der Bachelor mit der Zeit doch nicht als «ihr Traum» herausstellt. Und zweitens ist eine Frau auch eine Frau, wenn ihr der Bachelor sonst wo vorbei geht.

Was massen sich Fernsehsender und Marketingfirmen überhaupt an zu bestimmen, was unsere Träume sind? Nur mit diesem Make Up kann die Frau wirklich ihre «feminine Seite» zeigen, und nur mit jenem Duft riecht der Mann auch wie ein «richtiger Mann». Die Slogans stammen von Firmen, die mit Kommunikation ihr Geld verdienen. Natürlich arbeiten sie ganz bewusst mit solch einfachen Sprüchen und Klischees. Damit pfeifen sie aber auch ganz bewusst auf einen Gedanken, der ohnehin schon schwer in die einen oder anderen Köpfe zu bringen ist: dass heute niemand mehr irgendein Bild erfüllen müssen sollte, um «die Frau» oder «der Mann» zu sein.

Eigentlich dürfte es den Verantwortlichen einer Sendung, die auf Einschalt-Quoten aus sind, auch egal sein, ob ein Mann oder eine Frau zuschaut. Genau so wenig haben sie etwas darüber zu sagen, was unsere Träume sein sollten. Das entscheiden wir selbst. Jeder und Jede.

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