Der STV Wolfwil ist der grosse Abräumer am Solothurner Kantonalturnfest 2018. Die Gäuer gewannen den dreiteiligen Vereinswettkampf der Aktiven in der ersten Stärkeklasse mit einem Punktetotal von 28.31. Vor Biberist und Lüterkofen. Damit ging der Titel des Turnfestsiegers nach 2000, 2006 und 2012 zum vierten Mal in Serie nach Wolfwil.

Die Spannung wurde aber bis zum Ende der Schlussvorführung aufrechterhalten. Eröffnet wurde der letzte Akt des KTF 2018 vom Einmarsch der Musikgesellschaften aus Obergösgen, Lostorf, Stüsslingen und Dulliken. Gefolgt von den Ehrengästen, den OK-Mitgliedern, Fahnenträgern und Siegern des ersten Wochenendes. Nach dieser Ehrenrunde trat Remo Ankli, Regierungsrat und Vorsteher des Departements für Bildung und Kultur des Kantons Solothurn, ans Rednerpult.

Um die sportlichen Leistungen zu honorieren, bediente er sich einigen Vergleichen aus der Tierwelt. Als flink wie Wiesel, geschmeidig wie Leoparden oder auch stark wie Stiere bezeichnete er die Turnerinnen und Turner. Tiervergleiche im Sport seien generell beliebt, meinte Ankli. In Russland könne aktuell sogar ornithologische Weiterbildung betrieben werden, machte er den Link zur Fussball-WM. «Die Schwalbe Neymar und die zoologische Besonderheit Doppeladler.»

Es steppt der Bär

Damit ein Turnfest überhaupt möglich sei, brauche es ein funktionierendes Organisationskomitee. Die Macher des Kantonalturnfests in Mittelgösgen lobte Ankli als «weise wie Eulen, fleissig wie Bienen und manchmal auch schlau wie Füchse». Vor seinem Besuch am Sonntag habe er massenhaft Bilder und Videos im Internet gesehen vom KTF 2018. Darin habe er nicht nur die Liebe zum Turnsport erkannt, sondern auch die Liebe zum Festen. Remo Anklis letzter Tiervergleich: «Am Kantonalturnfest steppt der Bär.» Sein finaler Wunsch: «Tragt Sorge zur Gemeinschaft und Kameradschaft.»

Danach waren noch einmal sportliche Höchstleistungen gefordert. Bei den Finalläufen der Vereinsstafette. Bei den Frauen ging der Sieg nach Welschenrohr, bei den Männern an die Gäste aus Hittnau. In der Kategorie Mixed triumphierte ein weiteres Mal Wolfwil.

Im Anschluss wurden noch einmal die Turnfestsieger des ersten Wochenendes geehrt: Laura Cervi (Wolfwil) und Philipp Jehle (Kaufleute Solothurn) im Einzelgeräteturnen sowie Kunstturner Benjamin Gischard, der allerdings nicht anwesend sein konnte. In der Disziplin Leichtathletik heissen die Turnfestsieger 2018 Andrea Fink (Welschenrohr) und Michael Saner (Oberbuchsiten). Die Indiaca-Hochburg im Kanton ist der STV Niedergösgen (Sieger bei den Männern und den Frauen). Im Korbball holte Erschwil das Double.

Es bleiben die Erinnerungen

Im Showblock sorgten die Kunstturner-Gruppe Gym-Brothers sowie die kantonale Gymnastikgruppe dafür, dass die Stimmung für den zweiten Block der Siegerehrungen so richtig aufgeheizt war. Die Gewinner des zweiten Wochenendes durften jetzt endlich ihre Lorbeeren ernten. Bei den Senioren gewann der TV Hubersdorf den dreiteiligen Vereinswettkampf vor dem MTV Kappel und der Damenriege Gretzenbach. In der Kategorie Frauen/Männer ging der Turnfestsieg konkurrenzlos an den STV Wolfwil. Wie auch in der Königskategorie, in der ersten Stärkeklasse des dreiteiligen Vereinswettkampfs der Aktiven.

Nach dem Flashmob als farbenfrohem Intermezzo war es an OK-Präsident Rolf Kristandl und Christian Sutter, Präsident des Solothurner Turnverbands, das KTF 2018 zu beenden. Kristandl strich zuerst den Kampfgeist, die Disziplin und die Fairness der Turnerinnen und Turner hervor. Die sechs Wettkampftage sind wie im Flug vorbeigegangen. Viel länger dauerte die Vorbereitungszeit: drei Jahre. Insgesamt wurden 180 Tonnen an Material verbaut rund um die Kreisschule Mittelgösgen, knapp 10'000 Arbeitsstunden waren nötig. «1420 Aren Land wurden beansprucht. Nächste Woche wird man hier kaum noch Spuren erkennen, aber es bleiben die Erinnerungen», so Kristandl. «Die Emotionen, das perfekte Wetter und die tolle Stimmung.»