Fête des Vignerons
Wo einst Solothurner Wein fürs Solothurner Spital gemacht wurde

Tag zwei der Bootsfahrt der Solothurner Delegation nach Vevey: In Le Landeron besuchten die Böötler den Weinkeller der Bürgergemeinde. Und in Neuenburg gönnten sie sich einen Zwischenstopp mit atemberaubender Aussicht.

Raphael Karpf
Merken
Drucken
Teilen
Im Hafen von Erlach, Start am 2. Tag «Chargé pour Soleure», der bis St.Aubin führt
25 Bilder
An Bord ist stehts diese kleine Kanone.
Gäste auf der 1. Etappe heute bis Le Landeron: Martin Zülle, Gemeindepräsident von Erlach, Aquil Briggen, Grenchner Stadtbaumeister, Corinne Hasler, Andreas Gasche, Geschäftsführer Gewerbeverband.
Pontoniere an Bord
Massarbeit ist bei der Einfahrt in den Hafen von Le Landeron gefragt.
Empfang in Le Landeron: V.l.n.r. Nationalrat Stefan Müller-Altermatt, Andrea Affolter (Mediensprecherin der Solothurner Regierung), Jean-Claude Egger (Gemeindepräsident von Le Landeron) und Nationalrat Philipp Hadorn.
So fern der Heimat gab es etwas heimische Unterstützung: Urs und Viktor (ohne Witz!), zwei weitere Pontoniere, stossen dazu.
Besichtigung der Domaine de Soleure, wo der Solothurner Bürgerwein entsteht.
Urs Hugi von der Bürgergemeinde führt durch das Weingut
Hier die Geschichte zur Domaine de Soleure niedergeschrieben
Hier entstand der Ausdruck Chargé pour Soleure. Hier wurden die Weinfässer jeweils verladen, bis Mitte des 19. Jahrhunderts, wie Urs Hugi von der Bürgergemeinde weiss. Damals floss die Aare auch noch hier durch. Heute ist sie einige Meter weiter unten.
Tag 2 «Chargé pour Vevey»: Von Erlach gehts bis St.Aubin
5000 Liter haben hier drin Platz.
Domaine de Soleure
Rund 100'000 Flaschen Wein entstehen hier jährlich.
Weindegustation: Es gibt einen Sauvignon blanc, Jahrgang 2018. Dazu viel Fleisch und Käse.
Philipp Hadorn und Stefan Müller-Altermatt
V.l.n.r. Urs Altermatt, Cecile Eggenschwiler, Marianne Formanek-Rufer, Karel Formanek, Claudia Eggenschwiler, Andrea Affolter
Das Solothurner Übersetzboot im Hafen von Neuenburg. Ein kurzer Zwischenstopp, dann geht es weiter nach Auvernier.
Ausfahrt aus dem Neuenburger Hafen. Nächster Halt: Auvernier.
Im Hafen von Auvernier hat sich eine ordentliche Gruppe gebildet, die die Böötler verabschiedet.
Die Westküste des Neuenburgersees geht es hinunter.
Bis das Boot schliesslich in St. Aubin anlegt. Dort endet die 2. Etappe.
Gruppenbild der Solothurner Sportspontoniere, die das Boot sicher steuern.

Im Hafen von Erlach, Start am 2. Tag «Chargé pour Soleure», der bis St.Aubin führt

Raphael Karpf

Über 650 Jahre ist es her, dass die Bürgergemeinde Solothurn Mitte des 14. Jahrhunderts in Le Landeron ihren «Wein-Stützpunkt» errichtete: die Domaine de Soleure. Dies alles im Auftrag des Bürgerspitals. Denn Patienten hatten damals täglich 1,5 Liter Wein zugute. Genügend Kundschaft offenbar, um einen eigenen Tropfen zu produzieren. Die grössten Teile ihrer Besitztümer am Bielersee erhielt die Bürgergemeinde aber über 100 Jahre später: 1466, durch eine Schenkung des kinderlos verstorbenen Schultheissen Niklaus von Wengi. Seither wurde von dort aus regelmässig Wein die Aare herunter geschifft. Chargé pour Soleure eben.

Dies und viel mehr wusste gestern Urs Hugi von der Solothurner Bürgergemeinde zu berichten. Am Tag zwei der Bootsfahrt der Solothurner Delegation nach Vevey, an die Fête des Vignerons, begrüsste er die Böötler in Le Landeron und zeigte ihnen den Weinkeller. Selbstverständlich inklusive Apéro und einer Degustation. Genug Wein ist dort aber auch vorhanden, entstehen in der Domaine de Soleure jährlich immerhin rund 100'000 Flaschen Wein.

Zwei Nationalräte friedlich nebeneinander

Dem Besuch ging eine kurze Bootsfahrt von Erlach, wo die Expedition am Vorabend Halt machte, nach Le Landeron voraus. Mit an Bord auf dieser Etappe: Die beiden Nationalräte Stefan Müller-Altermatt (CVP) und Philipp Hadorn (SP). Nun, die parteilichen Differenzen zwischen den beiden könnten grösser sein. Trotzdem, ganz überall sind sie sich politisch nicht einig. Doch auf dem Übersetzboot der Solothurner Pontoniere, bei angenehmen Bedingungen auf dem Bielersee, sitzen sie einvernehmlich nebeneinander. «Nein nein, wir könnten es schlimmer getroffen haben», sind sich beide einig.

1. Etappe: Erlach–Le Landeron

Mit Kanonenschüssen weckten die Pontoniere bei der Ausfahrt aus Erlach wohl das halbe Dorf. Mit an Bord auf dieser Etappe: Andreas Gasche. Der Präsident des kantonalen Gewerbeverbandes war bereits letzten Dienstag an der Fête: «Einfach gigantisch», meint er.

Philipp Hadorn ist, nebst Nationalrat, auch Präsident des Blauen Kreuzes und lebt abstinent. Wieso würde gerade er an die Fête des Vignerons fahren? «Ich bewundere die Leidenschaft und die Sorgfalt der Rebbauern, auch wenn ich selber keinen Wein trinke. Ich freue mich auf den Anlass, wo die Tradition und Handwerkskunst gefeiert wird. Auch wenn es wohl nicht ganz einfach wird, einem Waadtländer Rebbauern zu erklären, dass ich keinen Alkohol trinke», so der Nationalrat.

Kurze Nacht für die Solothurner Pontoniere

Von Le Landeron machte sich die Expedition auf in Richtung Auvernier, mitten durch den Kanal. Diese Etappe war den Pontonieren vorbehalten, sollten sie sich doch einmal, ohne sich um all die Gäste und Medien kümmern zu müssen, auf dem Wasser ausleben dürfen. Direkt bis Auvernier fuhren sie allerdings nicht, im Neuenburger Hafen legten sie einen Zwischenstopp ein. Dort, auf der Dachterrasse eines Hotels am Hafen, liess es sich ganz ordentlich verweilen.

2. Etappe: Auvernier–St. Aubin

Mit dabei: Historiker Urs Altermatt. Vor kurzem war er noch im Schwarzbubenland, wo er jedes Jahr den 1. August feiert. Früher hat er jeweils sogar Höhenfeuer angezündet – einmal kam dann aber die Feuerwehr, weil sie meinte, es brenne. Heute feuert Altermatt nicht mehr – aber er feiert immer noch gerne.

Doch nur kurz, immerhin galt es einen Zeitplan einzuhalten. Via Auvernier ging es am Abend schliesslich bis nach St. Aubin, ans Westufer des Neuenburgersees. Und während Journalisten und Gäste zu diesem Zeitpunkt bequem nach Hause chauffiert wurden, ging es für die Pontoniere erst richtig los. Das Boot auswassern, auseinandernehmen, auf einen Lastwagen verladen und an den Genfersee transportieren. Und heute in aller Früh wird das Konstrukt bereits wieder zusammengesetzt und geschmückt, damit der letzten Etappe, dem feierlichen Einzug in Vevey selber, nichts mehr im Weg steht.

Den ganzen 2. Tag im Live-Ticker zum Nachlesen finden sie hier.

Und hier noch die Bilder von Tag 1:

Abfahrt des Weinbootes in Solothurn Richtung Vevey
20 Bilder
Schön geschmücktes Schiff
Zum Start wurde beim Bootssteg ein Apéro serviert.
Zum Apéro gabs natürlich Solothurner Wein...
... auch Regierungsrat Roland Heim kostete ihn.
Hut in Solothurner Farben
Die Hilarimusig spielte beim Apéro
Das offizielle Shirt
Das Boot legt ab
Das Weinboot fährt durch Solothurn
Mittagspause im Grüene Aff in Altreu. Gemeindepräsidentin Silvia Spycher und Vize Thomas Studer begrüssen die Böötler.
Der Ruderklub Solothurn ruderte bis nach Altreu mit.
Büren zeigt Solothurner Farben
Auf dem Schiff gibts auch Bier
Auf dem Bielersee wird das Weinboot von Twanner «Piraten» geentert. Die Durchfahrtsbewilligung fehlt.
Gegen einige Flaschen Wein lassen die «Piraten» das Weinschiff ziehen. Im Gegenzug gibt es sogar einige Flaschen Twanner Weisswein.
Verschnaufpause auf der Petersinsel
Freundlichst mit Wein und einem Apéro wird die Solothurner Delegation in Erlach empfangen. V.l.n.r. Andre Rötheli, Ex Eishockeyprofi, Fredy Faul, Gemeinderat Erlach, Brigit Wyss, Regierungsrätin, Beat Schlapbach, Gemeinderat Erlach

Abfahrt des Weinbootes in Solothurn Richtung Vevey

Hansjörg Sahli