Pro Natura

«Wo der Biber lebt, lebt auch der Fluss»

Felix Jaggi berichtet über die neu erstellten Hecken und Strukturen (links im Bild) auf seinem Land.

Felix Jaggi berichtet über die neu erstellten Hecken und Strukturen (links im Bild) auf seinem Land.

Zwei Exkursionen, ein Thema: «Wir leben von der Natur und deshalb ist es wichtig, wieder etwas zurückzugeben».

Es sollte keine «trockene» Generalversammlung werden. Die Mitglieder von Pro Natura Solothurn erhielten konkreten Anschauungsunterricht mittels zweier Exkursionen. Die eine führte an den Bibernbach, wo ein 340 Meter langer Abschnitt revitalisiert worden war. Das Thema Biber passte, hatte Pro Natura doch vor dem Verwaltungsgericht kürzlich mit anderen Verbänden einen Erfolg erzielt. Biberbauten dürfen demnach nicht vorschnell entfernt werden.

Peter Lakerveld von der Pro Natura Aktion «Biber & Co» wies auf den Umstand hin, dass es nie zu viele Biber geben werde. Siedeln sich Biber neu an, nimmt ihre Population zunächst nur langsam zu. Dann folgt ein exponentielles Wachstum. Biber sind territoriale Tiere. Sind einmal alle Territorien besetzt, geraten die Tiere unter Stress, Krankheiten breiten sich aus und die Population pendelt sich bei einer gewissen Anzahl ein.

Der Biber sei fester Bestandteil unserer Fluss-und Bachlandschaften geworden, so Lakerveld. Bei allen Gewässern, die zukünftig noch revitalisiert oder aufgewertet werden müssen, muss der natürliche Architekt in die Planung miteinbezogen werden, damit allfällige negative Auswirkungen wie verstopfte Drainagen oder Einstürze von Flurwegen vermieden werden können. Nur ein Miteinander von allen Beteiligten und vorausschauende Planung helfen, das Konfliktpotential zu minimieren. «Wo der Biber lebt, lebt auch der Fluss», so Lakerveld.

«Wir leben von der Natur»

Die andere Exkursion stand ganz im Zeichen des Hermelins (Pro Natura Tier des Jahres) sowie den neuen Vernetzungsprojekten im Bucheggberg. Biologin Annina Zollinger Fischer informierte über das Lebensraumaufwertungs- und Vernetzungsprojekt. «Hermeline brauchen immer Schutz in Form von Wildhecken, Ast- und Steinhaufen oder Altgrasstreifen, wenn sie jagen oder wandern». Familie Jaggi aus Gossliwil hat auf ihrem Land 8 Wildhecken gepflanzt und dazu ebensolche Haufen erstellt. In diesen Kleinstrukturen wurden gut geschützte Aufzuchtkammern für das Hermlin vorbereitet. «Wir leben von der Natur und deshalb ist es wichtig, der Natur wieder etwas zurückzugeben», so Felix Jaggi.

Auch die Gelbbauchunke soll gefördert werden. Zollinger zeigte auf, wie Trittsteinbiotope für diese gefährdeten Amphibien durch die Mitarbeitenden des Forstbetriebes Bucheggberg gestaltet wurden. An feuchten Waldrandstandorten wurden mehrere unterschiedlich tiefe Tümpel erstellt und im nahen Umfeld unzählige Asthaufen als Unterschlupf aufgeschichtet. Werner Isch, Präsident der Forstbetriebe Bucheggberg, lobte diese Vernetzungsprojekte, welche in Zusammenarbeit mit den Wald- und Landbesitzern, dem Forstbetrieb und dem Naturschutz in den nächsten vier Jahren umgesetzt werden.

Im statutarischen Teil wurden der Jahresbericht und die mit einem Ertragsüberschuss abgeschlossene Jahresrechnung 2017 genehmigt sowie dem Vorstand und der Geschäftsleitung die Entlastung erteilt. Präsidentin Nicole Hirt konnte dazu im «Tscheppachs» über 60 Mitglieder und viele Gäste, unter ihnen Kantonsratspräsident Urs Ackermann sowie die Gemeindepräsidentin von Buchegg, Verena Meyer, begrüssen. Kantonsrat Jonas Walther, Hessigkofen, wurde als zweiter Revisor gewählt. Esther Schweizer-Künz, Erlinsbach, vertritt im Vorstand neu den Bezirk Gösgen. (mgt)

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