Von seinem erhöhten Sitz, dem Bock, aus habe er etwa beobachten können, dass doch recht einige Ratsmitglieder zwischendurch «ein Pfüüsli» machen, meinte er schmunzelnd. Und von der «gepflegten oder eben weniger gepflegten Haarpracht» der Regierungsmitglieder habe er auf deren Laune schliessen können.

Politiker und Nilpferde

Mit besonderem Genuss gab er einige Bonmots zum Besten: «Ich habe auch Politiker kennen gelernt, welche die Gabe haben, selbst dann zu jammern, wenn sie anderen auf die Füsse treten.» Oder auch: «Man sagt den Politikern nach, wobei die Anwesenden selbstverständlich ausgenommen sind, sie seien wie Nilpferde: Dicke Haut, grosse Klappe und sie tauchen bei Problemen unter.» Zudem habe er feststellen müssen, «dass mehr Politiker daneben treten, als zurück». Und zu guter Letzt, so Belart, sei er den Vorzügen der Demokratie auf die Spur gekommen: «Wer recht hat, kann überstimmt werden.»

Der scheidende Kantonsratspräsident zeigte sich aber auch von seiner ernsthaften Seite: Er sei besorgt, so Belart, über die gegenwärtige Finanzkrise, die der Kanton wohl erst im 2012 nachhaltig zu spüren bekomme. «Eine Rezession droht, Kurzarbeit wird zunehmen und die Arbeitslosenzahl wird steigen.» In einer solchen Situation seien Lösungen gefragt. «Es darf nicht so weit kommen, dass wir solchen Tendenzen tatenlos zu sehen.»

Sowohl auf Kantons- als auch auf Bundesebene gelte es, den Blick für das Wesentliche zu schärfen und nach vorne zu richten. «Wir müssen Visionen entwickeln.» Belart rief zu mehr Einigkeit auf: «Wenn wir uneins sind, gibt es wenig, was wir tun können. Wenn wir einig sind, gibt es wenig, was wir nicht können.» Nur mit diesen Voraussetzungen, so seine mahnenden Worte, könne es gelingen, «unser Schiff Kanton Solothurn auf Kurs zu halten».

Aus seinem Präsidialjahr zieht Belart eine positive Bilanz. Er habe bei seinen Aufritten in allen Teilen des Kantons versucht, den Standortvorteil zu stärken und ein höheres Kantonsbewusstsein zu entwickeln. Ausführlich bedankt er sich schliesslich bei allen, die ihn in «seinem» Jahr unterstützt haben. (esf)