Kampf der Krise

Wirtschaftsverbände und Banken stehen zusammen

Der Geschäftsführer des Kantonal-Solothurnische Gewerbeverbands, Andreas Gasche, und Daniel Probst, Direktor der Solothurner Handelskammer, arbeiten in der Krise noch enger zusammen.

Der Geschäftsführer des Kantonal-Solothurnische Gewerbeverbands, Andreas Gasche, und Daniel Probst, Direktor der Solothurner Handelskammer, arbeiten in der Krise noch enger zusammen.

Die Pandemie schlägt zunehmend auf die Solothurner Wirtschaft durch. Nun ist gemeinsames Handeln gefragt. Gewerbeverband, Handelskammer und die Vereinigung Solothurner Banken reagieren.

Es gibt die medizinische Seite der Corona-Krise. Es gibt aber auch die wirtschaftliche. Und die schlägt nach den Massnahmen, die Bund und Kanton in Etappen beschlossen haben, zunehmend durch. Auch in den hiesigen Wirtschaftsverbänden.

Am Montag Morgen haben sich die Spitzen des Kantonal-Solothurnischen Gewerbeverbands, der Solothurner Handelskammer und der Vereinigung Solothurner Banken getroffen, um die Situation zu erörtern. Am Abend dann das Ergebnis: KGV und SOHK kümmern sich vor allem darum, die im Aufbau befindlichen Hilfsinstrumente in enger Zusammenarbeit mit Behörden und Betroffenen zur Verfügung zu stellen. SOHK-Direktor Daniel Probst betont, die Wirtschaftsverbände hätten für die Zeit der Krise «eine noch engere Zusammenarbeit als die bisher erprobte beschlossen. Und verweist auf die Online-Angebote der Verbände.

Die Banken ihrerseits «unternehmen alles, um den Geschäftsbetrieb mitsamt der regionalen Geldversorgung sichzuerstellen». Thomas Vogt, Präsident der Bankenvereinigung sagt mit Blick auf mögliche Liquiditätsprobleme von Unternehmen: «Die im Kanton tätigen Bankinstitute sind offen für die gemeinsame Erarbeitung von tragfähigen Lösungen.» Dabei soll laut Vogt «pragmatisch vorgegangen werden».

Interessant in diesem Zusammenhang: Bürgschaftsgenossenschaften – im Fall des Kantons Solothurn die Bürgschaftsgenossenschaft Mitte in Burgdorf – können nicht mehr nur Investitionskredite verbürgen, sondern neu auch KMU Unterstützung gewähren, die wegen der Pandemie in Liquiditätsengpässe geraten sind. Allerdings setzen Bürgschaften einen Bankkredit voraus – deshalb brauche es vorgängig einen Bankkontakt, sagt KGV-Geschäftsführer Andreas Gasche.

Und auch politisch tut sich allmählich etwas: Die FDP-Fraktion des Kantonsrats unterbreitet der Regierung in einer Kleinen Anfrage verschiedene Fragen, die sich um die aktuelle wirtschaftliche Situation der Unternehmen dreht und vom Regierungsrat einen Massnahmenkatalog erwartet.
Unter normalen Bedingungen seien Umsatzeinbussen als Unternehmerrisiko abzubuchen, sagt Kantonsrat Urs Unterlerchner. In einer Situation, wo zur Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus allerdings weitreichende Massnahmen ergriffen würden, die massive Auswirkungen auf die Wirtschaft hätten, stelle sich die Frage nach der Unterstützung der öffentlichen Hand.

Für die Freisinnigen ist klar, dass konjunkturelle Massnahmen, wenn es denn solche brauche, auf der Ebene des Bundes anzusiedeln wären. Mit Blick auf den Kanton stelle sich aber die Frage, mit welchen Instrumenten der Staat «überdurchschnittlich hart betroffene Unternehmen» rasch und unbürokratisch unterstützen könne. «Wir fordern keine Subventionen oder Strukturerhaltung», sagt Unterlerchner mit Verweis auf ordnungspolitische Bedenken. Vielmehr gehe es darum, «den Abbau von Arbeitsplätzen wegen kurzfristiger Liquiditätsengpässe zu verhindern». Dies vor allem in den hauptbetroffenen Branchen wie Hotellerie, Gastronomie, Tourismus, Eventveranstaltung und andere.

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