Wirtschaftsbarometer
Solothurner Wirtschaft meldet sich zurück auf dem Wachstumspfad

Das erste gemeinsam erarbeitete Wirtschaftsbarometer von Solothurner Handelskammer und kantonalem Gewerbeverband enthält unerwartet gute Nachrichten in Zeiten von Corona. Allerdings: Längst nicht alle Branchen können aufatmen.

Urs Mathys
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Auch die Solothurner Metallindustrie hat wieder Tritt gefasst.

Auch die Solothurner Metallindustrie hat wieder Tritt gefasst.

Bild: zvg

«Die Solothurner Wirtschaft konnte wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren, so dass letztlich für die Gesamtwirtschaft ein positiver Saldo resultiert.» Dies ist das Fazit des von Handelskammer und kantonalem Gewerbeverband erstellten Solothurner Wirtschaftsbarometers. An der Umfrage nahmen 334 Unternehmen aus dem ganzen Kanton teil.

Insgesamt stellt das Resultat der Gesamtwirtschaft eine Frohbotschaft dar – allerdings mit Einschränkungen, wie Christian Hunziker in seiner Analyse feststellt. Der stellvertretende Direktor der Handelskammer verweist auf «grosse Unterschiede je nach Branche».

Denn die von der Coronakrise ausgelöste «tiefste Krise der Solothurner Wirtschaft seit den 70er Jahren» (Hunziker) ist für manche Branchen noch alles andere als ausgestanden. Das Gastgewerbe steht mit dem Rücken zur Wand Das gelte für all jene Branchen, die weiterhin stark unter den Einschränkungen leiden und mit dem Rücken zur Wand stehen würden. Konkret: für das Gastgewerbe, bei dem der Indexwert des Solothurner Wirtschaftsbarometers im ersten Quartal bei -95 Punkten und damit am untersten messbaren Ende zu liegen komme.

«Aber auch die Event-, Reise- und Freizeitindustrie, Teile des stationären Non-Food-Detailhandel und das Autogewerbe erleben schwere Zeiten – genauso wie das Papier- und Druckgewerbe, dem die Aufträge aus diesen Bereichen fehlen», heisst es dazu weiter.

2021 bringt Rückkehr in die Wachstumszone

Im Jahresverlauf 2021 habe die Solothurner Wirtschaft nun aber trotz weiterhin geltender Einschränkungen an Fahrt aufgenommen, analysiert Hunziker die Zahlen. «Der Index zur allgemeinen Geschäftslage deutet sowohl für das erste (+18 Punkte) wie auch für das zweite Quartal (+21) auf eine positive Entwicklung hin. Sowohl die Umsätze wie auch die Auftragseingänge und die Kapazitätsauslastung werden positiv bewertet.»

Solothurner Konjunktur auf einen Blick

Rückblick (Q1 2021) Ausblick (Q2 2021)
Allgemeine Geschäftslage + 18 + 21
Umsatz + 15 + 19
Auftragseingang + 16 + 20
Kapazitätsauslastung + 21 + 18
Auslandsnachfrage + 7 + 9
Binnennachfrage + 10 + 13
Personalbestand + 7 + 11

Nach dem schwierigen Jahr 2020 erlebte gemäss Wirtschaftsbarometer vor allem die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) ein starkes Auftaktquartal. Hunziker: «Für das zweite Quartal wird in der MEM-Industrie – getrieben durch eine wiedererstarkte Auslandsnachfrage – erneut von einem deutlichen Wachstum ausgegangen.»

Auch die Medizinaltechnik, die Kunststoffindustrie und im Bereich Chemie/Pharma entwickle sich der Geschäftsgang positiv. In der Bauwirtschaft zeige sich die Nachfrage auf hohem Niveau leicht steigend und viele wirtschaftliche Dienstleistungen wie der Finanzsektor, die ICT-Branche, die Logistik und die unternehmensbezogenen Dienstleistungen könnten aktuell ebenfalls deutlich zulegen, wird analysiert.

Kurzarbeit stoppte noch höhere Arbeitslosigkeit

Ein überraschend positives Bild zeigt sich bezüglich der Beschäftigung, wie es heisst: «Trotz Jahrhundertkrise hat sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit im Kanton in Grenzen gehalten. Im Februar 2020 lag die Arbeitslosenquote bei 2,3 Prozent, im März 2021 bei 3,2 Prozent.»

Eine wichtige Stütze sei hier sicher die Kurzarbeit, die noch mehr Entlassungen verhindern half. Die Umfrageergebnisse würden zudem zeigen, «dass die Solothurner Firmen auch weiterhin nicht planen, den Personalbestand zu senken», wird ausgeführt. Im Gegenteil: «Der Index deutet sogar wieder auf einen leichten Anstieg des Personalbestands hin.»