Umstellung

Wird das Bipperlisi nach der Verlängerung womöglich gleich eingestellt?

Es steht zur Debatte, die ganze Bahnlinie des Bipperlisis auf Busbetrieb umzustellen. (Archiv)

Es steht zur Debatte, die ganze Bahnlinie des Bipperlisis auf Busbetrieb umzustellen. (Archiv)

Gehts nach dem Bundesamt für Verkehr, dann werden Regionalzüge aus unserem Kanton verschwinden. Das Bipperlisi wurde jedoch gerade erst geprüft. Der Bahnbetrieb ist günstiger, wie die Studie zeigt.

Während am Freitag die neu erbaute Bipperlisi-Strecke Niederbipp-Oensingen feierlich eingeweiht wird, schlägt das Bundesamt für Verkehr (BAV) gleichzeitig vor, die Umstellung der ganzen Linie auf Busbetrieb zu prüfen. Ebenso wie praktisch alle Regionallinien im Kanton, bis hin zum Regionalverkehr Olten-Solothurn-Grenchen-Biel oder auf den Linien Olten-Aarau, Olten-Langenthal, Solothurn-Burgdorf oder Basel-Laufen.

Unter anderem schlägt das BAV in einem Vernehmlassungsverfahren vor, dass bei Regionalverkehrslinien mit einem Kostendeckungsgrad von unter 50 Prozent eine Umstellung zu prüfen sei. Das würde 175 von 300 Bahnregionallinien im ganzen Land betreffen. Im Kanton Solothurn erfüllen nur gerade die S3 Olten-Basel und bei der Basler Tramlinie 10 Dornach-Basel-Rodersdorf das Limit.

Bipperlisi: Gerade erst geprüft

Was das Bipperlisi betrifft, gibt Ludwig Dünbier von der Abteilung öffentlicher Verkehr des Kantons Entwarnung: «Die Korridorstudie für Solothurn-Niederbipp hat gezeigt, dass der Bahnbetrieb günstiger ist», erklärt er. «Die Verlängerung nach Oensingen ist realisiert worden, weil die Bahn diese Strecke ohne zusätzliche Fahrzeuge und mit dem gleichen Personal bedienen kann. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember können wir den Bus Niederbipp-Oensingen einsparen.»

Als unrealistisch erachtet es der Chef des kantonalen ÖV, die Regionalzüge auf den Jurasüdfuss-Hauptlinien durch Busse zu ersetzen. «Damit würde ein wesentlicher Bestandteil des Agglomerationsverkehrs wegbrechen. Auf der Strasse haben wir gar keine Kapazität, um diesen Verkehr mit Bussen zu bewältigen.» Zwischen Olten und Solothurn und zwischen Olten und Aarau decke der Bahn-Regionalverkehr über 40 Prozent der Kosten. Auf der Linie Solothurn-Gänsbrunnen sei der Verkehr wegen der Schliessung der Weissenstein-Seilbahn stark eingebrochen, räumt Dünbier ein. Das werde sich ändern, wenn wieder eine Bahn auf den «Berg» fahre. Die Verbindung Oensingen-Balsthal zeige eine Auslastung, wie sie auf Regionallinien typisch sei: «In den Hauptverkehrszeiten sind die Züge voll, dazwischen weniger.» Wegen des hohen Fixkostenanteils mache es aber wenig Sinn, den Bahnbetrieb stundenweise durch Busbetrieb abzulösen.

Wo sieht Dünbier denn überhaupt Gründe für einen Bahnersatz? «Auf Anhieb nirgends» folgt die Antwort trocken. Nötig sei eine «wesensgerechte Erschliessung für unsere Verkehrsbedürfnisse» und die Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. «Die Busse müssten die Fernverkehr-Anschlüsse sicherstellen, aber auf der Strasse kämen wir gar nicht an die Bahnhöfe heran.»

Meistgesehen

Artboard 1